WMDEDGT – September-Edition

Heute ist der 5. des Monats und deshalb fragt Frau Brüllen wieder: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?„. Also, ich, ich mache das hier:

2:30h: (Zählt ja offiziell schon zu heute, gell?) He-Man wacht auf und weint in seinem Bett. Ich gehe rüber, biete ihm Wasser an und er kommt mit in mein Bett gewackelt. Herr Zeitlos hat schon seit halb elf Besuch vom MiniMi. Jetzt sind wir also komplett.

6:20h MiniMi fängt an zu Husten. Wir haben uns alle wieder einen fiesen Virus eingefangen. Herr Zeitlos hat Halsschmerzen, He-Man und ich Schnupfen und das MiniMi hustet sich im Liegen die Seele aus dem Leib.

6:30h: He-Man ist ebenfalls wach und wird sofort von seiner Schwester mit Liebeszuneigungen „attackiert“. So ganz recht ist ihm das erst nicht. Ich muss im Halbschlaf schlichten.

6:50h ich habe die Nase voll und schicke beide ins Kinderzimmer mit der Vorgabe leise zu spielen. Hahahaha! Fünf Minuten später erscheint ein weinender He-Man: Er kann seinen „Jaaago“ (ein grauer Lego-Ninja aus dem Ninjago-Magazin) nicht finden. Ich schicke ihn suchen und höre, wie MiniMi ihn ganz fürsorglich unterstützt. Ich will trotzdem schlafen.

7:00h schäle ich mich unter dezentem Fluchen aus dem Bett (irgendwas mit Sekundenkleber, Legomännchen und Kinderköpfen liegt mir auf der Zunge), gehe ins Kinderzimmer und sehe als erstes was genau auf dem Teppich liegen? Genau.
Ich suche den Kindern Anziehsachen raus und sporne sie zu einem Wettbewerb an: Ob sie sich zusammen schneller anziehen können als Mama? MiniMi gewinnt, He-Man verweigert nach dem Ausziehen die Mitarbeit. Er muss leider wieder dringend weinen: „Jaaago“ ist schon wieder weg. Ich schaue nach wo er zuletzt saß und siehe da: schon wieder gefunden. Mit ernster Miene überreiche ich ihm das Männlein, das wir gestern auch schon gefühlte 287-mal gesucht haben, und erkläre, dass ich nicht noch einmal danach suchen werde. Wenn weg, dann weg. Von da an lässt er es nicht mehr aus der Hand.

Nächste Station Küche: Müsli für die Kinder fabrizieren, die mittlerweile Bauarbeiter spielen und der Geräuschkulisse nach offenbar das halbe Zimmer zersägen. Ich werfe die Kaffeemaschine an und stelle dann die Brotdosen zusammen. Während die Kinder frühstücken, trinke ich mein lebenserhaltendes Koffein-Heißgetränk und flechte dem MiniMi einen „Elsa-Zopf“ um den Kopf. Alle Mann Zähneputzen, Schuhe und Jacken anziehen, Taschen schnappen und los.

8:08h erreichen wir den Kindergarten. He-Man schnieft auf der Rückbank: Er möchte nicht in den Kindergarten. Keine Sorge, das ist Teil seines Rituals im Moment. Er weint ein bisschen über einen Jungen, der ihn angeblich ärgert. Ich muntere ihn auf, dass er auch stark sei. MiniMi betont, dass sie ihm immer hilft. Und schon ist alles gut und wir können rein gehen. Die mütterliche Dauerbandansage „Zieh die Schuhe aus und die Pantoffeln an“ ist meine nächste Aufgabe. Weil He-Man immer noch ein bisschen sparsam guckt, knöpfe ich ihm die Ninjago-Figur nicht ab, sondern verstaue sie im Seitenfach der Kindergarten-Tasche. In der Gruppe begrüßt mich ein Kind mit den Worten „Frau Zeitlos, weißt du was? Ich habe eine Kehlkopfentzündung!“. Na, danke auch. Daher also der Virus. Ich beschließe, mich nicht zu ärgern und antworte zwinkernd „Dann wird hier heute aber nicht rumgeknutscht!“

8:30h zurück zu Hause. Herr Zeitlos will gerade los zum Bus. Ich hätte ihm ja das Auto geliehen, aber er möchte Pokemon jagen unterwegs. Auch gut. Ich sortiere und werfe die erste Wäsche in die Maschine, mache mir ein Butterbrot und einen zweiten Kaffee. Erstmal die Twitter-Timeline nachlesen.

9:30h habe ich diesen Sermon hier erstmal zuende geschrieben und mache mich daran die Küche aufzuräumen. Beim Blick auf die Altpapier Kartons fällt mir ein, dass ich noch eine Matschhose verschicken wollte. Nachdem die Küche sauber ist, mache ich mich auf die Suche im Kinderzimmer und in der Garage, aber leider taucht sie nirgendwo auf. Mist.

10: 30h Wäsche aus der Maschine holen. Unterhosen im Trockner zwischenlagern, 60-Grad-Wäsche anwerfen und den Rest oben auf dem Dachboden aufhängen.

11:20h Bude fertig aufgeräumt (ausgenommen das Kinderzimmer – das dürfen die kleinen Trabanten nachher selbst erledigen). Erstmal Kaffee.

11:40h die nächste Wäsche verzögert sich noch etwas. Umsonst in den Keller gestiefelt, denn obwohl die aktuelle Ladung eine Stunde und drei Minuten laufen soll, steht der Countdown der Waschmaschine immer noch bei acht Minuten. Das gute Stück hat schon 14 Jahre auf dem Buckel und lässt sich manchmal etwas länger Zeit als eingeplant.

12:10h das Badezimmer ist frisch geputzt und die dritte Wäsche läuft. Im Trockner drehen Unterhosen und Bade-/Handtücher ihre Runden. Sauge ich jetzt Staub, oder mache ich mir erst etwas zu essen? Eigentlich müsste ich auch noch zwei, drei Bewerbungen schreiben.

12:30h Essen hat gewonnen, da ich mir nicht sicher bin, ob der Nachbar oben drüber Nachtschicht hat.

13:55h Mittlerweile habe ich mir die Nägel ablackiert, Pfannkuchenteig vorbereitet und die Tasche fürs Turnen nachher gepackt. Übermorgen geht MiniMi zum ersten Mal mit dem Kindergarten zu Schwimmkurs. Dafür musste ich noch ihren Rucksack säubern und habe den dann auch direkt gepackt. Außerdem durfte der Staubsauger sein Werk tun, da die Nachbarin oben ebenfalls gesaugt hat.

14:30h eine halbe Stunde faulenzen, dämliche YouTube-Videos gucken und Nägel lackieren. Jetzt ist es Zeit, die Kinder abzuholen.

Das Auto begrüßt mich mit einer wohlbekannten Fehlermeldung der Bremsen. Angeblich kommt die daher, dass unsere Einfahrt so abschüssig ist, denn sie ist jedes Mal weg, sobald man auf der Straße steht. Heute meint der Wagen es aber ernst: Zweimal greift die elektronische Handbremse nicht und zweimal hakt sie sich fest, dass die Bremsen stinken. Im fünften Anlauf, nach tiefem Durchatmen und mit viel Herzflattern, kriege ich den Wagen rückwärts die Schräge hoch.

Im Kindergarten kläre ich noch ein paar Kleinigkeiten wegen MiniMis Schwimmkurs, ziehe einen bepieselten He-Man um, treffe Verabredungen mit anderen Müttern und bewege irgendwann die Kinder zum Auto.

15:15h kommen wir zuhause ein. Die Kinder befreien sich kurz vom gröbsten Schmutz, während ich Snackteller vorbereite. Die Zeit reicht gerade so zum Verputzen, dann alle noch eine Runde Pipi machen und runter zur Garage: Fahrräder holen und auf zum Turnen. Das ist glücklicherweise nicht weit weg und so ist unsere kleine Drei-Mensch-Kolonne in fünf Minuten und pünktlich an der Turnhalle. Ich habe mich mit der Temperaturentwicklung verschätzt und schwitze mir in Jeans und langem Shirt einen Wolf während ich die Kinder in ihre Turnsachen bewege.

16:00h beginnt die Turnstunde. He-Man ist frisch drei und darf zum ersten Mal in dieser Gruppe mitmachen und das MiniMi bleibt auch zum ersten Mal ganz alleine in der Halle. Wir sagen tschüss, winken und ich verspreche direkt hinter der Glastüre stehen zu bleiben, falls einer pieseln muss. Beide testen das direkt 10 Minuten später. Und nochmal 10 Minuten später. Als das MiniMi zum dritten Mal an der Türe steht, stelle ich freundlich einen Blasentee zum Abendessen in Aussicht. Plötzlich musste sie doch nicht mehr. Auch He-Man versucht ein paar Mal aus der Halle zu kommen, bis ihn die Lehrerin ganz lieb bittet, sich doch dann vorher bei ihr abzumelden. Schon turnt auch er lieber weiter, denn mit fast fremden Menschen (also: wen man weniger als jeden Tag sieht) sprechen – no way.

17:00h nehme ich zwei verschwitzte Kinder entgegen, wir fahren nur von der Turnhalle runter bis auf den Schulhof, wo wir ein bisschen Obst essen und die Kinder alle Klettergerüste ausprobieren.

17:30h fahren wir zurück. Auf dem kurzen Heimweg erleidet He-Man einen plötzlichen Gehörverlust am Zebrastreifen und darf anschließend sein Rad das letzte Stück nach Hause schieben. Möchte er nicht: Mama Kackamann, Mama nich mein Freund in ganze Leben nich, kreisch heul usw. Die ältere Dame an der Bushaltestelle kann sich ein Grinsen ob seiner Schmollschnute nicht verkneifen. Ich mir fast auch nicht. Also nehmen ich sein Laufrad auf den Gepäckträger und gehe einfach weiter. He-Man kommt zögernd und immer noch kreischend hinterher. MiniMi wartet derweil vor der Garagentür.

18:00h stelle ich MiniMi unter die Dusche und husche zum Trockner, um die fertigen Handtücher zu holen. Herr Zeitlos trifft zuhause ein. Ich spüle MiniMi die Haare aus und trockne sie ab. He-Man bekomme ich anschließend nur mit Mühe in die Dusche. Nur die Aussicht, dass sein „Jaago“ ihm beim Duschen zuschaut, zieht letzendlich. Ich wasche den kleinen Mann, trockne ihn ab und widme mich dann den Pfannkuchen. Die Kinder sitzen derweil auf dem Sofa und schauen Wolkenkinder. Herr Zeitlos deckt den Tisch.

19:10h haben wir fertig gegessen und das Sandmännchen direkt am Tisch geschaut. Ich putze zweimal Zähne nach, verteile Medizin, dirigiere den Flohzirkus ins Bett, lese noch ein Buch Charlie und Lola vor und suche geliebte Stofftiere

19:40 haben wir die Gute-Nacht-Runde beendet und ich kann die üblichen Liedchen singen. Als mir einfällt, dass ich He-Man vergessen habe, eine Windel für die Nacht anzuziehen und eine hole, guckt er mich böse an und pullert absichtlich ins Bett. Ich will mir aber nicht auf der Zielgeraden den Tag verderben. Nach der knappen Anweisung „Aufstehen, Ausziehen!“ beziehe ich das Bett neu und verfrachte den Schlingel mit Pampers und Gute-Nacht-Kuss ins Bett.

Mit der Pieselwäsche wandere ich direkt in den Keller und werfe die Waschmaschine wieder an. Die dritte Wäsche von heute mittag mag ich nicht mehr komplett aufhängen. So bringe ich nur die großen Teile auf den Dachboden, der Rest darf in den Trockner (der bei niedriger Temperatur nur 3,5 Kilo kann). Ich räume den Esstisch ab und die Spülmaschine ein, bringe die Küche in Ordnung.

20:20h setze ich mich an den Rechner und schreibe diesen Text zuende. Der Rest abends besteht vermutlich aus Duschen, Wäsche falten und einer Folge Outlander. Gute Nacht!

 

 

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