Home-Office

Herr Zeitlos ist in der glücklichen Lage einen freundlichen und flexiblen Arbeitgeber zu haben, bei dem er sich seine Arbeit ziemlich frei einteilen kann. Und so hat er sich diese Woche entschlossen, drei Tage Home Office zu machen. Klar, als Arbeitnehmer ist das traumhaft: mit Kaffeetässchen und Joggingbuxe gemütlich im Wohnzimmer vorm Rechner sitzen. Und für die Kinder war das natürlich auch knorke, dass nachmittags der Papa da ist und wir zusammen was unternehmen.

Aber lasst mich euch sagen: Als Hausfrau (*örks*) war das nicht so prickelnd. Dienstag musste ich zum Beispiel die ganzen Hinterlassenschaften vom Kindergeburtstag verräumen und Wäsche machen, konnte dabei aber natürlich nicht störend im Wohnzimmer rumwuseln. Gemütlich vorm Fernseher Wäsche falten? – keine gute Idee. Sich bei der Hausarbeit von Jimmy Fallon, John Oliver oder Trevor Noah beschallen lassen? – auch eher suboptimal.

Hinzu kommt, dass ich immer gleich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mich mal hinsetze und ein Käffchen trinke, während Herr Zeitlos arbeitet. Obwohl er überhaupt nichts sagt, stehe ich für mich unter Zugzwang hier „was geschafft zu kriegen“. Das ist natürlich eigentlich Quark, denn objektiv weiß ich, dass ich in den vergangenen drei Jahren eine Unmenge fast ohne Unterstützung gewuppt, gemacht und getan habe. Solange ich allein zuhause bin, schläft mein schlechtes Gewissen auch ganz gemütlich und lässt mich mal Nägel lackieren, basteln oder nähen, während der Müll danach ruft rausgetragen zu werden. Aber unter Beobachtung ist das was anderes.

Zufälligerweise waren aber diese Woche endlich mal wieder mehrere passende Stellenanzeigen für mich auf dem Markt (nach fast zwei Monaten Durststrecke). Deshalb habe ich mich Mittwoch hingesetzt und den ganzen Vormittag Bewerbungen geschrieben. Vielleicht, mit ein bisschen Glück, kann ich dann bald auch mal wieder ganz legitim in Jogginghose im Home Office sitzen.

 

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2 Gedanken zu “Home-Office

  1. Aaaaaaaaaah, wie ich das kenne! Also das mit dem Homeoffice vom Mann. Also meinem jetzt. Ich gönne es ihm ja wirklich von Herzen, mal an einem oder auch 2 Tagen nicht diese 120 km fahren zu müssen. Auch wenn er ein eigenes Arbeitszimmer hat. Aber andauernd kommt er in die Küche, fragt mich was, nutzt kleine Pausen zum Rumrödeln usw. Wem erzähl‘ ich das. Ich brauche doch nur meine Ruhe. Menno.

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