Nicht mit mir, Herr Doktor!

Eigentlich ist ja gerade Sommer: Die Zeit, in der der Hustenbonbonverkauf auf Minimalzahlen schrumpft, weil der Großteil der Menschen einfach pumperlgesund durch die Sonne hüpft. Außer uns. Wir, Familie Zeitlos, haben uns eine fiese Bakterie eingefangen, die die Kinder erst fiebern und dann husten ließ. Herr Zeitlos hustet einfach mit. Und ich? Ich habe das ganze in eine Seitenstrangangina umgebaut. Total schön. Eitriger Hals, Schmerzen rundherum bis in die Ohren und so weiter.

Weil meine Ärztin im Urlaub ist, war ich damit vor zwei Wochen bei ihrer Vertretung bekam ein Antibiotikum aufgeschrieben und war innerhalb eines halben Tages wieder auf dem Damm. Brav wie ich bin habe ich die Packung schön bis zum Schluss genommen, doch am nächsten Tag schon wieder: Kratzen im Hals. Und das wurde jeden Tag mehr, so dass mein Hals sich jetzt fast wieder auf vorantibiotisches Zuschwellniveau hochgearbeitet hat.

Heute also wieder in die Vertretungspraxis, wo aber die letzte Ärztin nicht anwesend war, sondern nur ihr Kollege. Schon beim letzten Besuch waren mir die Schränke mit Globuli über Globuli über Globuli aufgefallen – aber ich hatte ja anstandslos traditionelle Medizin erhalten. Soweit kein Problem also. Der Doktor vorhin fand meinen Hals aber gar nicht so schlimm und wollte mir deshalb was „pflanzliches und homöopathisches“ aufschreiben. Auf meinen Einwand, dass er sich letzteres sparen dürfte (Wer mehr wissen will, darf sich beim Informationsnetzwerk Homöopathie einlesen. Zum Beispiel hier), sagte er, das sei ein „Kombinationspräparat“, das sogar „soviel Wirkstoff enthält, dass die Krankenkasse es bezahlt“. Okeeeeee. Pflanzlich versuche ich gerne, der Rest ist mir egal, dachte ich mir.

In der Apotheke beim Blick auf die Packung dann: Surprise! Bei den Inhaltsstoffen waren nur homöopathische Potenzen gelistet. Der Apotheker hat auf meine Nachfrage auch noch mal alles durchgelesen, aber das Ergebnis war das selbe. Die Packung blieb also dort, und statt dessen habe ich jetzt einen ganzen Haufen Hustenbonbons und ein schönes Halsspray. Schmerzlindernd, entzündungshemmend und garantiert mit Wirkstoffen.

Und an den Vertretungsarzt habe ich nur noch eine einzige Frage: WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN, ODER WAS?

Mal was Neues

In der Stadt eine liebe, alte (fast 90!) Bekannte gesehen, die ich fast ein Jahr nicht getroffen hatte. Saß so ganz gemütlich mit dem Rollator in der Fußgängerzone und machte offenbar ein Päuschen. Weil ich ein bisschen Zeit hatte – wir plaudern beide gerne – bin ich zu ihr hin und habe sie begrüßt. Was ich nicht bedacht hatte: Sie hat Narkolepsie. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass bei starken Emotionen die Muskelspannung schlagartig verschwindet. Und genau das passierte in diesem Moment. Dass jemand vor Freude fast umfällt, wenn er mich sieht, war mir so auch noch nicht passiert. Ist aber alles gut gegangen.

Home-Office

Herr Zeitlos ist in der glücklichen Lage einen freundlichen und flexiblen Arbeitgeber zu haben, bei dem er sich seine Arbeit ziemlich frei einteilen kann. Und so hat er sich diese Woche entschlossen, drei Tage Home Office zu machen. Klar, als Arbeitnehmer ist das traumhaft: mit Kaffeetässchen und Joggingbuxe gemütlich im Wohnzimmer vorm Rechner sitzen. Und für die Kinder war das natürlich auch knorke, dass nachmittags der Papa da ist und wir zusammen was unternehmen.

Aber lasst mich euch sagen: Als Hausfrau (*örks*) war das nicht so prickelnd. Dienstag musste ich zum Beispiel die ganzen Hinterlassenschaften vom Kindergeburtstag verräumen und Wäsche machen, konnte dabei aber natürlich nicht störend im Wohnzimmer rumwuseln. Gemütlich vorm Fernseher Wäsche falten? – keine gute Idee. Sich bei der Hausarbeit von Jimmy Fallon, John Oliver oder Trevor Noah beschallen lassen? – auch eher suboptimal.

Hinzu kommt, dass ich immer gleich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mich mal hinsetze und ein Käffchen trinke, während Herr Zeitlos arbeitet. Obwohl er überhaupt nichts sagt, stehe ich für mich unter Zugzwang hier „was geschafft zu kriegen“. Das ist natürlich eigentlich Quark, denn objektiv weiß ich, dass ich in den vergangenen drei Jahren eine Unmenge fast ohne Unterstützung gewuppt, gemacht und getan habe. Solange ich allein zuhause bin, schläft mein schlechtes Gewissen auch ganz gemütlich und lässt mich mal Nägel lackieren, basteln oder nähen, während der Müll danach ruft rausgetragen zu werden. Aber unter Beobachtung ist das was anderes.

Zufälligerweise waren aber diese Woche endlich mal wieder mehrere passende Stellenanzeigen für mich auf dem Markt (nach fast zwei Monaten Durststrecke). Deshalb habe ich mich Mittwoch hingesetzt und den ganzen Vormittag Bewerbungen geschrieben. Vielleicht, mit ein bisschen Glück, kann ich dann bald auch mal wieder ganz legitim in Jogginghose im Home Office sitzen.

 

Ein Kindergeburtstag voller Autos

Vor anderthalb Wochen schon hatte He-Man Geburtstag und eigentlich soll man Feste ja feiern wie sie fallen. Weil wir aber alle von einem fiesen Infekt außer Gefecht gesetzt wurden, mussten wir den Kindergeburtstag verschieben. Vorgestern konnte er endlich stattfinden. Als Thema hatte He-Man sich Cars gewünscht, denn Lightning McQueen und überhaupt alles mit Rädern und Reifen findet er einfach nur toll, toll, toll.

Tisch

Die Deko bestand aus Unmengen roter und weißer Ballons sowie der gesamten Partyausstattung, die der Euro-Discounter hergab: Teller, Becher, Servietten, Cupcake-Piekser, Geburtstagstütchen.

Zu Essen gab es auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herren „Bomboms“ – also eine kleine Schale Haribos – dazu eine Obstplatte (Erdbeeren, Himbeeren und Honigmelone als Blitz gelegt), Oreo-Kekse als Autoreifen und dazu Cupcakes. Da bei der Familienfeier so viel vom Teig der Torte (ich hatte diesen Nussteig von Sallys Tortenwelt ausprobiert- Sehr lecker!) übrig geblieben war, hatte ich diesen in die Muffinbleche verteilt und eingefroren. Vor der Party musste ich sie also nur in den Ofen stellen – 10 Minuten länger als sonst – und schon hatten die Kinder leckere, frische Küchlein. Auto

Wie erwartet war gar kein großes Programm nötig, weil alle einfach schön zusammen gespielt und das Kinderzimmer auseinander genommen haben. Ich hatte als kleines Selbermachgeschenk für jeden ein weißes Matchboxauto besorgt. Das durften alle mit Folienstiften „lackieren“ und danach auf einer großen Papp-Bahn Rennen gegeneinnder fahren.

Leider war das Wetter hier trüb und regnerisch, so dass wir leider den echten Gebursttags-Höhepunkt gar nicht umsetzen konnten: Auf der Terasse hatte ich aus Wannen, Wasser, Schwämmen und Rasierschaum eine Autowaschanlage aufgestellt. Ich denke, das hätte den Kindern viel Spaß gemacht. Aber dafür ist auch noch im nächsten Jahr Zeit.

Gurkenbus

Zum Abschluss gab es die obligatorischen Pommes mit Würstchen und dazu einen Gurkenbus mit Tomaten-Käse-Spießen. Alle Gäste wurden vom glücklichen Geburtstagskind mit einem kleinen Geschenktütchen nach Hause verabschiedet. Ich werte es mal als gutes Zeichen für eine gelungene Feier, dass sie trotzdem eigentlich lieber nicht gehen wollten.

Mitgebsel

Bonus-Content:

Am eigentlichen GeburtsTAG hatten wir mit den Großeltern zuhause gefeiert. Und weil ich so gerne Motivtorten mache, gab es natürlich auch dieses Jahr eine. He-Man hatte keine Ahnung, aber morgens beim Auspacken der Geschenke, zeigte er auf ein großes Paket und fragte „Leidling-Torte?“ Da hat er nachmittags Augen gemacht, als tatsächlich eine Lightning-Torte auf dem Tisch stand. Witzigerweise fahren beide Kinder total auf Motivtorten ab – aber nur des Fondants wegen. Den Kuchen an sich rühren beide nicht mal an. Trotzdem hat sich der ganze Schweiß und die Arbeit gelohnt, weil sie sich einfach beide so sehr gefreut haben.

Torte