Da hat es Knack gemacht

Vor ein paar Tagen setzte Herr Zeitlos He-Man ins Auto und schnallte ihn an. Dabei zog er natürlich auch den Gurt straff. Knack machte es und dann ging gar nix mehr: Das Kunststoffteil, durch das das untere Gurtende läuft und die darunter liegende Mechanik hatten sich aus dem Sitz gehoben. Ich fluchte kurz über rohe Kräfte, die sinnlos walten, schaute mir dann aber alles an und setzte es wieder zusammen. Augenscheinlich funktionierte alles wieder.

Der Schein trog: Heute mitten auf der Autobahnauffahrt saß He-Man aufeinmal mit lockeren Gurten im Sitz. Glücklicherweise war direkt dort ein Stau und ich konnte nach hinten langen und die Gurte wieder straffen, aber trotzdem ein ganz schöner Schreck. Am Zielort nahm ich den Sitz nochmal genauer unter die Lupe und fand eine Stelle in dem Kunststoffstück, direkt unter dem Anschnaller, die einfach durchgebrochen war. So können wir den Sitz natürlich auf gar keinen Fall mehr benutzen.

Nochmal glücklicherweise war ich mit den Kindern bei meinen Eltern, die zwei wunderbare Autositze haben und von denen einer jetzt bei mir im Wagen steht. Sonst hätte ich heute mit zwei Kindern und nur einem Sitz doof dagestanden. Ein kurzes Telefonat mit dem Händler hat ergeben, dass noch Herstellergarantie auf dem Sitz ist und sie sich um Austausch des Teils bemühen werden. Ich hoffe, das klappt, den ich mag den Sitz sehr und He-Man hat- obwohl eher groß gewachsen – auch de noch gut Platz darin gehabt.

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Rezept: Orangen-Haselnusskuchen

Heute hatte meine Mutter Geburtstag und ich wollte ihr gerne einen Kuchen backen. Samstag habe ich allerdings leider keine Zeit zum Einkaufen gehabt und die geplante Backzeit am Abend wurde von nicht schlafen wollenden Kindern zerschossen. So stand ich um halb zehn in der Küche und musste sehen, was noch zu schaffen war. Ein einfacher Rührkuchen in der Kastenform sollte es werden. Als geschmacksprägende Zutaten fielen mir Orangensaft, Haselnüsse und Orangenschokolade in die Hände. Das Endergebnis hat sich als so lecker rausgestellt, dass ich es gerne teilen mag.

Man nehme:

  • 200 gr Margarine
  • 100 gr Zucker
  • 4 Eier
  • 1 EL Backpulver
  • 290 gr Weizenmehl
  • 160 ml Orangensaft
  • 100 gr gemahlene Haselnüsse
  • etwas Margarine und Nüsse für die Form
  • eine Tafel Zartbitterschokolade mit Orange
  • ein Tropfen Sonnenblumenöl

Fett und Zucker schaumig schlagen, erst die Eier unterrühren, dann das Mehl, schließlich den Saft und zuletzt die Haselnüsse. Die Form einfetten und mit Nüssen “panieren“. Den Teig in die Form geben und bei 180°C etwa 60 Minuten backen (mein Ofen war nicht vorgeheizt). Nach etwa 25 Minuten habe ich den Kuchen mit etwas Alufolie bedeckt, damit er nicht zu dunkel wird.

Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen fertig ist, aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten ruhen lassen, bevor er aus der Form gelöst wird. In dieser Zeit die Schokolade schmelzen, den Tropfen Öl hinzufügen und schließlich die Oberseite des Kuchens bestreichen.

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(Ja ja, blödes Habdyfoto mit verkrümelten Teller. Hochglanz gibbet hier nich, nur lecker)

Da ich noch etwas Fondant im Kühlschrank hatte, habe ich in der Backzeit noch eine kleine Dekoration zusammengeschustert und zwei Kerzchen ausgebuddelt in einer der vielen Krimskramsschubladen. Die Kinder fanden das natürlich toll. Die Erwachsenen waren eher dem eigentlichen Kuchen zugetan. Für einen Schuss ins Blaue ist der wirklich sehr gut gelungen. Schmeckte uns allen prima und war im Handumdrehen hergestellt.

Schusters Leisten

Weil es gerade durch meine Twitter-Timeline geistert, geistert das Thema auch durch meinen Kopf: Die Alleingeburt. Es gibt Frauen, die bekommen ihre Kinder freiwillig ganz allein, ohne Arzt oder Hebamme. Zuhause oder im Wald. Weil sie das so wollen. Weil das natürlich ist und schon immer so war.
Wie aberwitzig das ist, wo immer noch viele Frauen auf der ganzen Welt vermutlich ihren linken Arm hergeben würden für ein kleines bisschen medizinische Versorgung –  geschenkt. Was mir durch den Kopf spukt ist eine ganz anderer Gedanke.

Ich habe nämlich einen Beruf. Ein Beruf, der auf den ersten Blick gar keine besondere Fähigkeit erfordert. Ein bisschen telefonieren, ein bisschen organisieren, aber hauptsächlich lesen und schreiben. Jetzt ist es so, dass (so gut wie) jedes Kind schon in der ersten Klasse lesen und schreiben lernt. Und so kam es auf der Arbeit relativ häufig vor, dass fachfremde Kollegen der Meinung waren, meinen Job besser zu können als ich. Tja. Leider (oder glücklicherweise) besteht das Geheimnis darin, wie man liest und schreibt. Hilfreich sind ein bisschen Begabung, Erfahrung und der ein oder andere Kniff. Nur die Buchstaben zu kennen, reicht eindeutig nicht aus.

Und jetzt stelle ich mir mal vor, ich wäre Hebamme oder Arzt. Da sind Schwangere, die denken, sie informieren sich gründlich und dann wird bei der Geburt schon alles glatt laufen und wenn nicht, dann schaffen sie es, die Situation richtig einzuschätzen und für Hilfe zu sorgen. Professionelle Geburtshelfer bringen Jahre mit Lehre, Studium und Arbeit zu, um sich das entsprechende medizinische Fachwissen und Berufserfahrung anzueignen. Da wäre ich an deren Stelle vollkommen zu Recht richtig angepisst, wenn da jemand gerne nur auf sein Körpergefühl vertrauen will. Wenn nämlich was schief geht, dürfen die Ärzte anschließend vermutlich versuchen, das Kind irgendwie wieder aus dem sprichwörtlichen Brunnen zu holen.

So ganz persönlich bin ich ja ein Freund interventionsarmer Geburten. Als total wissenschaftsgläubiger Mensch habe ich z.B. trotzdem zweimal im antroposophischen Hospital entbunden – aber mit OP neben dem Kreissaal und Neonatologie im gleichen Haus. Das zweite Kind ist dort auch so einfach auf die Welt gepurzelt, ohne das Fachpersonal eine Hand angelegt hätte. Aber sie hätten es im Notfall tun können. Ich bin nämlich weder Arzt noch Hebamme – ich kann nur lesen und schreiben.

Herbstbasteleien


Fast jeden Nachmittag, wenn das MinMi nach Hause kommt, ruft sie: „Mama, darf ich basteln?“ Schere, Kleber, Altpapier und Stoffreste auf den Tisch und ab geht die Post. Dabei entstehen wunderbar phantasievolle, teilweise sehr raumgreifende Gebilde, die allerdings nach herkömmlichen Geschmacksvorstellungen nur bedingt zur Wohnungsdekoration geeignet sind. Manchmal lenke ich den Basteldrang dann in etwas kontrolliertere Bahnen. Gestern waren, wie schon zu Ostern, Freundinnen vom MiniMi hier, um mit ihr zu basteln. Folgende Ideen haben wir umgesetzt:

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Zeitreisen für Normalbürger

Heute morgen war alles anders als sonst. Im Lidl gab es Schneezeug für Kinder, wir wohnen fast neben der Filiale, also: Viertel vor acht aus dem Haus und in die Schlange der wartenden Eltern und Großeltern einreihen. Das hieß auch ein verkürztes Morgenprogramm um mich (und He-Man) parat zu machen und nebenbei das bockige MiniMi anzutreiben, äh, motivieren, weil sie gerne mit wollte, aber bitte ohne sich Kleidung, Schuhe oder ähnliches anziehen zu müssen.

Da wir im Laden nichts passendes (zu klein, zu groß, gefällt nicht, usw.) finden konnten, wackelten wir um 20 nach acht nach Hause. Schnell noch Butterbrot, Hustensaft und Zahnpasta in die Kinder füllen. Alle in Schuhe, Jacke, Rucksäcke treiben und raus aus dem Haus.

8:48h fiel die Kindergarten-Türe hinter mir zu und ich stieg wieder zu Herrn Zeitlos ins Auto. So wie fast jeden Morgen fuhren wir auch heute um diese Uhrzeit zu seinem Büro. An irgendeiner Stelle hatte das Gehetze geendet und der normale Tagesablauf wieder eingesetzt. In mir regte sich kurz der Impuls zu rufen: “Die Zeitlinie ist wieder hergestellt!“ Vielleicht sollte ich heute mal kein Doctor Who gucken.

Kleiner Bücherwurm (2)

Eine halbe Ewigkeit ist es her, dass ich hier Lieblingsstücke aus unserem Bücherregal vorgestellt habe. Dabei lesen wir wirklich gerne. Die Kinder gucken alleine Bücher an und lassen sich gerne vorlesen. Zudem sind wir Mitglieder in der Stadt- und der Gemeindebücherei, denn mal ehrlich: Bücher sind nicht ganz billig und die Kinder lesen die schneller weg als man gucken kann. Hier kommen also vier All-time-Favourites, die wir immer wieder anschauen und lesen. Was sind denn eure Favoriten im Bücherregal und für welches Alter?

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