Es weihnachtet sehr…fast schon

Drei Monate noch, dann ist der Advent fast vorbei und Weihnachten steht vor der Tür. Das hausfrauliche Muttereichhorn, aka Frau Zeitlos, hortet schon die Geschenke, Goodies, Füller für den Adventskalender, Nikolaus und Heilig Abend. Wann es was geben wird, steht noch nicht ganz fest, aber meine Vorratskisten beginnen sich zu füllen. Generell versuche ich immer einen Tag eine Süßigkeit und einen Tag ein kleines Gimmick in den Adventskalender zu stecken.

So kam ich letzte Woche an einem Billigheimer vorbei, der Match.box-Autos für 1 Euro das Stück verscherbelte. 8 Stück wanderten in meinen Einkaufsbeutel – die passen nämlich ganz prima in den Adventskalender, sind aber auch als kleines Mitbringsel für befreundete Kinder oder als Notfallgeschenk ganz praktisch.

Ein Discounter hatte vor zwei Wochen Überraschungseier im Angebot: Vier Stück für 2 Euro. Auch direkt zugeschlagen (und Herrn Zeitlos streng verboten zu naschen).

Auch „auf Halde“ liegen schon zwei Biene-Maja-Langarmshirts, die ich beim Einkaufen entdeckt habe. Die Kinder werden sie lieben, ich bin mir sicher.

Heute kam mit der Post dann schon zwei größere Geschenke – Bücher nämlich: einmal „Der Wolf im Nachthemd“ und „Wo die wilden Kerle wohnen“. Ich finde, Bücher kann man ja nie genug haben, und würde sie den Kindern am liebsten sofort geben. Aber ich übe mich selbst in Geduld, denn Vorfreude ist ja auch was Schönes. Selbst gelesen habe ich die Bücher aber sofort *grins*.

An Weihnachten selbst möchten wir den Kindern nur ein Geschenk überreichen. Das muss nicht groß, aber etwas besonderes sein. Am liebsten etwas, womit wir dann auch direkt am Abend zusammen spielen können. Im Moment liebäugle ich mit den Big-Bloxx Biene-Maja-Sets. Aber das steht noch nicht fest.

Wisst ihr schon, was eure Kinder oder eure Lieben zu Weihnachten bekommen sollen? Hortet ihr auch gerne Geschenke auf Vorrat oder seid ihre eher Last-Minute-Käufer?

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Der große Schweiger spricht

Kinder sind alle unterschiedlich und Jungs sprechen eh erst später – soweit die Allgemeinplätze zum heutigen Thema. Und wisst ihr was? Bei uns treffen die zu. Während das MiniMi uns schon sehr früh eine Frikadelle an die Backe quasselte, schwieg He-Man lange Zeit beharrlich. Selbst als er die ersten Worte sagen konnte (Mama, Papa, Durst), brachte er manchmal tagelang keines davon über die Lippen. Mit Gesten, Mimik und einzelnen Gebärden (nicht zu vergessen das sehr laute Schreien) konnte er sich auch so ganz gut verständlich machen.

Dass er alles versteht, was wir sagen, war auch sehr deutlich. Testweise haben wir gerne hinter seinem Rücken Sachen geflüstert, wie “Wer möchte ein Eis?“ ( auch Hörtest für Fressraupen genannt). Er riss grundsätzlich als erster beide Arme zur Zustimmung hoch.

Aber in den letzten drei Monaten merkt man einen richtigen Sprung. Zuerst hat er die 50-Wort-Marke geknackt, dann hat er an manchen Tagen kaum aufgehört zu reden (immer das gleiche, aber egal) und schließlich sogar ab und zu ein Zwei-Wort-Sätzchen („MiniMi weint“). Derzeit wächst sein Wortschatz täglich. Herr Zeitlos und ich tauschen uns abends immer aus, was wir für neue Worte von He-Man gehört haben.

Heute hat er mir sogar zum ersten Mal was aus dem Kindergarten erzählt. Er kam nämlich mit seiner Sporthose und ohne Strickjacke nach Hause.
Ich fragte: „Oh, was ist mit deinen Anziehsachen passiert?“
He-Man: „Deckich“
Ich: „Dreckig sind sie geworden?“
He-Man:“Malt“
Ich:“Hast du mit Farbe gemalt?“
He-Man:“Bein“
Ganz offenbar hat er also beim Malen Farbe auf die Hose bekommen.

Noch ist sein Satzbau weiterhin, sagen wir mal: minimalistisch, aber das wird schon werden. Irgendwann habe ich dann rechts und links ne Frikadelle an der Backe, weil zwei Kinder auf mich einreden. Aber wisst ihr noch was? Da freue ich mich auch schon drauf.

Glücklicherweise keine Marktlücke

Das Praktische an größer werdenden Kindern ist ja, finde ich, dass sie immer mehr auch alleine können. Und wenn sie zu zweit sind können sie sich prima gegenseitig helfen. Zum Beispiel beim Waschen in der Badewanne. Da werde ich eigentlich nur noch zur Ist-auch-wirklich-alles-sauber-Kontrolle und Haareausspülen benötigt.

Kürzlich haben sich die beiden im Supermarkt Kinderseifen ausgesucht: Das MiniMi eine Katze (mit Rosenduft) und He-Man ein Löwe (Verbene, Zitrone oder so). Damit waschen sie sich gegenseitig hingebungsvoll, bis jeder eine zentimeterdicke Seifenschicht auf dem Rücken kleben hat.

Beim Waschen redet das MiniMi auf ihren kleinen Bruder ein. Da er meist noch den großen Schweiger gibt, textet sie ihn den lieben langen Tag in Grund und Boden. Es ist herrlich zuzuhören. Heute erzählte sie ihm immer „Ich wasche dich noch ein bisschen, ja? Ich mache dich richtig schön nach Katze riechen. Machst du mich auch gleich nach Katze riechen? Oder lieber nach Löwe riechen? Nein, lieber nach Katze. Dann riechen wir beide ganz dolle nach Katze.“

Und ich saß daneben am Klo und war ganz glücklich, dass die Seife nicht wirklich nach ihrer Form roch. Wäre wahrscheinlich auch kein Verkaufsschlager, selbst dann nicht wenn man es vielleicht mit „savon au parfum chat humide“ verschleiert. Örks.

Sonntag

Heute morgen waren die Kinder mal wieder früh wach und leider auch sehr fit. Bis 7 Uhr habe ich sie im Bett halten können. Bis halb acht konnte ich mit mehreren Unterbrechungen (Kinder anziehen, wickeln, Pipi-Unfall beseitigen, für Ruhe sorgen usw.) die Matratze bekuscheln. Dann gab ich auf, zog mich selbst an und holte Brötchen mit den beiden Fraggels.

Beim Frühstück kam dann die obligatorische Frage auf “Was machen wir heute?“. Der Mann fragte, ob wir nicht zu meinen Eltern könnten; die Kinder schrien begeistert “Oma“ und “Opa“ und da war es dann wohl entschieden.

Noch ne Maschine in den Trockner geworfen, ab zum Wahllokal Oberbürgermeister wählen* und dann auf zu den Großeltern.

Der Rest des Tages war gekennzeichnet von malen, im Garten toben und die Kinder vom Süßigkeiten-Schrank fernhalten. Und weil wir das erfolgreich geschafft haben, haben wir Eltern ganz konsequent auf dem Heimweg einen Zwischenstopp bei einem Fastfoodriesen eingelegt.

Pommes, Chicken Nuggets, Ketchup usw. wurden vor dem Sandmännchen noch bei einer Runde Verstecken verarbeitet. Der Papa war der böse Wolf, den es mit Taschenlampen zu finden galt. Zähneputzen, Geschichte lesen und schon ist das familiäre Wochenende zu Ende.

*in der benachbarten Grundschule. Während der Mann und ich in den Wahlkabinen kreuzten, saßen die Kinder ganz stolz an einem Schultisch. Hach! Es dauert nicht mehr lange bis sie da wirklich jeden Tag sitzen.

Angedockt

Vermutlich ist das, was ich erzählen will gar nicht lustig. Aber ich musste gerade furchtbar kichern und deshalb versuche ich es einfach.

Zum Hintergrund: MiniMi und He-Man schlafen in einem Zimmer. Gegen 23h wird er immer wach und hat Durst. Wir nehmen ihn dann mit Sack und Pack (sprich: Plumeau, Schnuller, Kuscheltier) mit rüber ins Elternbett, wo schon die Wasserflasche wartet.

Weil so ein 2-Jähriger He-Man seinem Namensvetter in Bezug auf Körpergröße für sein Alter alle Ehre macht, kann ich den ganzen Kladderadatsch nun nicht in den Händen halten. Der Schnuller landet deshalb meist erstmal in meinem Mund – verkehrt herum, mit dem Stöpsel nach innen und den Sauger nach außen.

Vorhin als ich so mit He-Man Richtung Schlafzimmer tappste (man kann es nicht anders sagen. Viel sehe ich aufgrund der Ladung nicht – und unterwegs müssen wir noch heile an einer auf Kopfhöhe hängenden Schaukel vorbei) da hob He-Man im Halbschlaf den Kopf, suchte mit dem Mund nach dem Schnuller (per Geruchsortung? Keine Ahnung.) und dockte sich schließlich an den Sauger an, direkt vor meinem Gesicht. Ich fand das lustig, war aber so irritiert, dass ich gar nicht daran gedacht habe den Schnuller loszulassen. Das fiel mir dann erst am Bett ein, weil ich ihn nur schlecht ablegen konnte, so Kopf an Kopf.

Und jetzt liege ich neben ihm in Bett und habe diesen total unwitzigen Post auf dem Handy getippt. Aber dafür habe ich einen kleinen, kuscheligen Wuschelkopf auf meinem Arm und dann ist der Rest eh egal. Gute Nacht!

WMDEDGT 09/15

Frau Brüllen will immer am 5. wissen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Oder kurz: WMDEDGT? Hier die September-Edition.

Wie jeden Samstag startet der Tag mit dem MiniMichen Schwimmkurs. Weil ich gestern Abend zu faul war, muss ich zwischen sieben und acht nicht nur die Kinder und mich anziehen, befrühstücken und hygienisch grundversorgen, sondern auch noch die Schwimmtasche packen. Dann das MiniMi geschnappt und zum Krankenhaus gebraust. Dort ist nämlich die Schwimmhalle.

45 Minuten dauert der Kurs. Wir üben “Krokodilsarme“, “Froschbeine“ und tauchen. Das MiniMi ist heute auf latenten Widerstand gebürstet. Schließlich lasse ich das Dauerüberreden und -motivieren sein und schwimme einfach selbst ein paar Bahnen. Es folgen duschen, anziehen, Haare föhnen und ab nach Hause. In Auto führen wir ein kleines Gespräch darüber, dass 9€ die Stunde etwas viel sind zum Plantschen und Rumbocken, dass wir das im Schwimmbad billiger haben können und dass ich sie nicht zum nächsten Kurs anmelde, wenn sie nicht mitmacht.

Kurz vor 10 Uhr sind wir zuhause. Ich werfe die Waschmaschine an und telefoniere mit meiner Mutter, die gerne hätte, dass wir sie besuchen. Wir schlagen vor, erstmal in den Zoo zu fahren (wir haben alle Dauerkarten). Die Kinder lieben den Indoorspielplatz und das Wetter soll schlechter werden. Es wird sich zeigen: Perfekte Entscheidung.

Um Viertel nach elf treffen wir uns also mit Oma und Opa im Zoo. Es fängt an zu tröpfeln und ich habe keine Regensachen für die Kinder mit. Noch reicht aber das Sonnendach vom Bollerwagen. Wir marschieren Richtung Indoor-Spielplatz mit kleinen Zwischenstopps bei den Tigern und den roten Pandas.

Wir schnappen uns unseren Lieblingstisch im Gastrobereich. Während die ersten Pommes in unseren Bäuchen verschwinden, trommelt ein Den-hält-kein-Regenschirm-aus-Schauer aufs Dach. Als die Kinder satt sind, wechseln wir uns ab, sie in der Halle beim Rumtoben im Auge zu behalten. Ich bin hauptsächlich für Toilettenbegleitungs- und Wickeldienst eingeteilt. Gegen Viertel nach eins machen wir uns wieder auf die Socken. He-Man wird in den Bollerwagen gelegt und verfällt in komatösen Mittagsschlaf.

Gegen zwei haben wir die Runde durchs Tropenhaus beendet und sind zurück am Auto. Ich wecke He-Man, setze ihn ins Auto und verräume das Zeug aus dem Bollerwagen. Wir fahren zu meinen Eltern nach Hause.

Dort fällt mir ein, dass Penny heute Überraschungseier im Angebot hatte: 4 Stück für 1,99€. Schnell wieder in die Schuhe gesprungen und die Filiale zwei Ecken weiter angesteuert. Für Weihnachten kaufe ich direkt mal drei Pakete auf Vorrat, nehme noch Himbeeren für 70 Cent mit und lege mich mit einer Frau an, die ihr Kind auf die Finger haut. Darauf ein Weg-Eis zum Runterkommen.

Bei meinen Eltern steht Kuchen und Kaffee parat. Den Rest des Nachmittags male ich mit dem MiniMi und spiele Duplo mit He-Man. Auf dem Heimweg singen das MiniMi und ich gefühlte hundert Mal “Keiner soll im Regen stehen“, “Der Gorilla mit der Sonnenbrille“, “Komm hol das Lasso raus“ und “Heute kann es regnen, stürmen oder schnein“ singen. Bei letzterem erleide ich regelmäßige Lachanfälle, weil Herr Zeitlos zwischen den Versen immer ein tiefes “Bumm, bumm“ einstreut.

Zuhause decke ich den Abendbrot-Tisch, esse mein leckeres selbst gebackenes Zwiebelbrot und gucke Punkt sechs per Handy-App Sandmännchen mit den Kindern. Wie immer putze ich ihnen anschließend die Zähne. Ich tue dabei so, als wären sie gefährliche Krokodile und ich hätte furchtbare Angst. Dazu muss ich das Kroko-Doc-Werbelied singen, damit es richtig Spaß macht.

Ich werfe beide Kinder fix in ihre Schlafanzüge, reiße das Fenster auf und während die kalte Luft uns umströmt lese ich “Hänsel und Gretel“ und “Tischlein deck dich“ vor. Fenster zu, Küsschen verteilen und schon kann ich mit unserem fünfteiligen Gute-Nacht-Lied-Repertoire loslegen. Mit der linken Hand kraule ich dem MiniMi den Kopf, während von rechts He-Man versucht, in meinem Ausschnitt rumzufuchteln. Beide schlafen kurz nach dem Singen um sieben ein und noch während ich anfing, diesen Text zu tippen.

Jetzt warten noch Waschmaschine und Trockner auf mich, in etwa einer Stunde auch die Spülmaschine. Zudem will das ganze Ausflugsproviantgeraffel ausgepackt werden. Das Sofa ruft aber auch ganz schön laut.

Was Frau Brüllen und einige andere heute gemacht haben, erfährst Du hier.

Kundenservice: 1a

Es ist schon ein paar Wochen her, aber die folgende Begebenheit fiel mir eben wieder ein:

Einige Tage schon klagte das MiniMi ihre Schuhe seien zu klein. Gefühlt und festgestellt: zu kurz sind sie nicht und zu klein eigentlich auch nicht. Da sie aber darauf beharrte, gingen wir ins Schuhgeschäft.

Die Verkäuferin dort kam zu dem gleichen Urteil: Eigentlich passen die Schuhe noch. Aber sie hatte eine Idee und fühlte im Schuhinneren nach Druckstellen. Sie wurde fündig: durch eine Stanzung oben im Leder war Sand in die Schuhwand gerieselt und hatte direkt am kleinen Zeh eine dicke feste Beule gebildet. Anstatt mir nun neue Schuhe zu verkaufen, schlug sie vor, erstmal den benachbarten Schuhmacher zu fragen, ob da nicht was zu machen wäre. Sie schnappte sich die Schuhe und ging selbst hinüber, während MiniMi und He-Man weiter im Laden die tolle Holzrutsche bespielten.

Leider war die Reparatur für den Schuhmacher zu aufwendig. Er schlug aber vor, den Sand durch die Stanzung mit einer langen Nadel wieder raus zu holen. Das war mir zuhause dann etwas zu langwierig. Ich habe mit einem Skalpell innen das Leder an der Sandbeule einfach aufgeschnitten und den Sand so entfernt.

Seitdem hat das MiniMi wieder ganz wunderbar passende Schuhe und das nur dank einer engagierten Mitarbeitern in einem Fachgeschäft, in dem nicht auf Teufel komm raus verkauft wird. Wo wir die Schuhe für den Herbst kaufen werden ist klar.