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Frau Brüllen fragt wieder, was wir alle so den ganzen Tag machen. Also:

Um sieben klingelt der Wecker. Das MiniMi steht auf und geht spielen. Ich bleibe mit He-Man noch 20 Minuten liegen und döse. Dann stehe ich auf, bitte das MiniMi in Hose und Shirt, dusche kurz, ziehe mich an und fange dann He-Man wieder ein, um in zu wickeln und zu bekleiden. Dann mache ich mich an die Frühstücksdosen. Anschließend noch eine Runde Haare kämmen und Zähne putzen für alle und dann auf und Auto zum Kindergarten.

He-Man geht gerade erst die zweite Woche in den Kindergarten, aber er macht das super. Auf dem Hinweg schaut er noch ein bisschen miesepetrig, lässt sich aber mit Küsschen und Winken problemlos in der Gruppe abgeben und setzt sich mit dem MiniMi zum Frühstück.

Es ist 8:55h und ich beschließe: Der Vormittag gehört mir, mir, mir. So viel Freizeit am Stück hatte ich seit dreieinhalb Jahren nicht mehr und ich finde, es wird mal Zeit. Ich fahre in die Innenstadt, bummle durch den dm und gönne mir neue BB Cream und Lippenstift, kaufe Brot und Brötchen und erstehe schließlich bei Star.bucks ein leckeres aber unfassbar teures rotes Getränk mit Eis und Tee und Saft. Damit setze ich mich draußen in die Sonne, schalte mein Kindle ein und verbummle die Zeit.

Um 10h macht der Friseur auf. Mit kleine m Umweg über die Sparkasse stehe ich pünktlich vor der Tür und frage, ob ich spontan einen Termin haben kann. Kann ich, um halb elf. In der Zwischenzeit gehe ich in ein Spielzeuggeschäft, Roller für Erwachsene ausprobieren und generell ein bisschen stöbern. Zurück beim Friseur erkläre ich meinen Schneidewunsch, bekomme die Haare gewaschen und kann mich dann wieder in mein e-Buch vertiefen, bis der junge Mann mit den Scherenhänden fertig ist.

Auf dem Weg nach Hause halte ich beim Lidl an. Frisches Brot habe ich ja schon, aber die Familie besteht auf Belag. Zuhause verräume ich die Einkäufe, hänge Wäsche auf, lüfte und mache mir dann ein Tomatenbrot. Dazu gucke ich eine Folge “Call the Midwife“.

Gegen halb zwei klingelt das Telefon: ein Hausnotrufdienst. Meine ehemalige Nachbarin ist gestürzt. Nun wohne ich ja gar nicht mehr dort im Haus, kenne aber einen anderen Nachbarn, der einen Schlüssel haben müsste. Ich versuche ihn zu erreichen, aber er geht nicht ans Telefon. Dann rufe ich den Notdienst zurück und erkläre, dass ich zur Nachbarin hinfahre. Ich weiß, dass sie die Türe nach Stürzen oft mit dem Gehstock geöffnet kriegt. Dann wäre sie zumindest schon mal nicht alleine.

Dort angekommen, freuen wir uns beide über das unverhoffte Wiedersehen, auch wenn die Umstände nicht schön sind. Aber es geht der alten Dame gut, außer dass sie wegen steifer Knie nicht aufstehen kann. Zum Heben ist sie für mich leider auch zu schwer. Ich drücke alle Schellen im Haus und versuche den Nachbarn nebenan rauszuklingeln: vergebens. Gemeinsam sprechen wir nochmal mit dem Notdienst und ihrem Sohn, der leider weit weg unterwegs ist. Plötzlich höre ich, dass draußen die Gärtner am arbeiten sind. Ich spreche einen jungen Mann mit Laubbläser an. Er unterbricht seine Arbeit sofort und kommt mit. Zusammen heben wir die Nachbarin auf: geschafft! Ich verständige noch den Sohn, dass wieder alles okay ist, und mache mich weiter auf zum Kindergarten.

Dort erwarten mich zwei fröhliche Sandflöhe, die ich mit nach Hause nehme. Dort ziehe ich He-Man ein paar luftigere Sachen an, schmiere uns alle mit Sonnencreme ein und packe Proviant zusammen: Auf zum Spielplatz.

Heute nehmen wir unseren faltbaren Bollerwagen mit. Das türkise Gefährt mit dem Sonnendach zieht mal wieder alle Blicke auf sich. Nachdem wir vorgestern auf dem großen Wasserspielplatz waren und mir das zu viel Stress war, gehen wir heute zum kleinen Spielplatz an den Grummer Teichen. Dort spielen die Kinder gerne im Sand und können vorallem nicht so schnell in entgegengesetzter Richtung verschwinden. Gegen halb fünf sinkt die Stimmung, der Proviant war zu knapp und ein hungriges MiniMi ist immer auch ein freches MiniMi, das mit Absicht Unsinn macht. Wir packen also unsere sieben Sachen. Auf dem Heimweg schlagen wir einen Bogen zu den Brombeersträuchern. Ich pflücke alles, was erreichbar und reif ist, während die Kinder alles genauso schnell verputzen.

Zuhause schütte ich die Kinder in die Badewanne, wasche Sand aus Falten und Haaren und kläre, wer heute zuerst raus muss und wer noch die Wand mit der Gummiflitsche trocknen darf. Ganz wichtig! Während ich He-Man abtrockne, kommt Herr Zeitlos nach Hause. Als die Kinder trocken und angezogen sind, deckt er mit ihnen den Tisch, während ich noch einen Brotaufstrich zusammenmixe. Wir essen Abendbrot und gucken Sandmännchen per App. Anschließend putze ich beiden Mäusen die Zähne. Das MiniMi verkrümelt sich zu Papa aufs Sofa und darf noch 20 Minuten fernsehen, He-Man wird gewickelt und wandert ins Bett. Geschichte lesen, Liedchen singen, knuddeln, aber kein Anzeichen von Schlaf.

Das MiniMi kommt ins Zimmer getrampelt. Es folgt eine Diskussionsrunde, ob man vor dem Schlafen eventuell noch Pipi machen gehen sollte. Wir können uns auf ja einigen, weil auch das MiniMi nicht auf nasse Betten steht. He-Man ist wieder richtig schön wach in der Zwischenzeit. Nochmal zwei Kinder hinlegen, Küsschen, die üblichen Lieder nochmal singen. Das MiniMi schläft dabei verlässlich ein, He-Man liegt noch wach rum. Ich stehe auf und verlasse das Zimmer, damit er allein einschläft. (Hahaha!) Ich räume die Spülmaschine aus und gehe immer wieder ins Kinderzimmer, um He-Man hinzulegen. (Wir machen das seit fast vier Wochen so, aber heute hält er es zum ersten Mal nicht für ein lustiges Spiel) Gegen 20:40h weint er so, dass ich mich nochmal zu ihm setzte. 20 Minuten später schläft er endlich ein.

Der weitere Plan für den Tag sieht noch ein bisschen nähen und dann schlafen vor.

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