Placebobrause

Globulis – kleine Zuckerkugeln ohne jeden Wirkstoff gehören seit ein paar Jahren fest zur Ausstattung zahlreicher Mütterhandtaschen. Ob Sturz oder Schnupfen: Die süße, aber sehr teure Hilfe naht.

Für mich ist das nichts. Ich weigere mich zu glauben, dass Wasser irgendein Gedächtnis hat oder wie auch immer angeblich die Wirkung homöopathischer Mittel entsteht.   Ich glaube vielmehr, dass es einen sehr effektiven Placeboeffekt gibt. Den gibt es aber auch schon ganz preiswert: durch Zuneigung, Trösten, Pusten, ein buntes Pflaster auf der Schramme oder ein Tag auf dem Sofa mit warmem Vanillepudding, wenn man krank ist. Vieles kann bei kleinerem Unwohlsein oder Verletzungen gut tun – der Seele und dem Körper.

Und wenn es hier doch mal richtig rummst, so dass das “Aua“ und das Herzeleid besonders schwer sind, dann kriegen meine Kinder auch winzige Kügelchen. Aus Brause. Umgefüllt in ein braunes Medizinglas. Dieses wird im Fall der Fälle hervorgeholt, sorgfältig eine Kugel in passender Farbe zur Verletzung ausgewählt und dann unter der Zunge platziert mit der strikten Anweisung, langsam zu lutschen. Wichtig ist dabei die ernste Miene, dass das jetzt genommen werden muss, obwohl es vielleicht nicht schmeckt*.

Auch wenn das genauso Beschiss ist, wie mit Globuli und Co.: Es wirkt tatsächlich. Und sei es nur, weil das Kind dank Lutschen vom Weinen abgelenkt ist.

*Das MiniMi flüsterte mir letztens zu “Mama, die Medosin schmeckt mir aber doch lecker.“

(Ich muss hier nicht dazu schreiben, dass das kein ernst gemeinter medizinischer Rat ist, oder? Jeder ist freundlich aufgefordert, gesunden Menschenverstand zu benutzen, und im Fall der Fälle einen Arzt aufzusuchen.)

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