Der Popohoppser

Auch wenn mir von anderen Menschen immer bescheinigt wird, ich sei ja so unglaublich geduldig: Bin ich nicht. Kein bisschen. Deshalb habe ich derzeit etwas an der motorisch sehr unterschiedlichen Entwicklung meiner Kinder zu knappsen. Das MiniMi war immer vorne weg: Robben, Krabbeln, Hinstellen, Sprechen – wenn sie nicht früh dran war mit irgendwas, dann lag sie zumindest immer noch im durchschnittlichen Zeitplan.
Bei He-Man sieht das ganz anders aus. Mit neuneinhalb Monaten verbuchen wir zwei Zähne unten sowie Rücken-Bauch-Rücken-Rollen auf der Habenseite der klassischen Babymeilensteine. Dabei übt er seit Monaten sehr verbissen vorwärts zu kommen, nur gelingen will es ihm nicht. Er stützt sich auf die Arme, schiebt sich dabei aber nur rückwärts. Dann wird er wütend, drückt sich hoch und rutscht noch weiter nach hinten. Er schreit empört, drückt sich wieder hoch usw. Irgendwann schaue ich nach, warum er sich so aufregt und finde ihn bis zum Nacken unter irgendeinem Möbelstück steckend.
Manchmal wuchtet er sich auch in den Vierfüßlerstand oder in eine Art Liegestütz. Da er aber dabei ziemlich viel Gewicht (über 12 kg) bewegen muss, hält er das nicht lang durch. Alle liegenden Körperhaltungen enden innerhalb von Minuten in Geschrei. Mit Geduld hat es He-Man nämlich auch nicht so.
Monatelang habe ich ihn deshalb getrage, getragen, getragen. Erst im Tuch vor dem Bauch, dann in der Manduca auf dem Rücken. Mir ist das allerdings mittlerweile zuviel. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Deshalb darf He-Man seit ein paar Wochen sitzen. Nicht nur in seinem Hochstuhl zum Essen, sondern auch zum Spielen auf dem Boden. Ich weiß: Man soll Kinder, die nicht selbst ins Sitzen kommen, nicht hinsetzen. Aber meine Nerven, mein Rücken und mein Zeitmanagement brauchten dringend eine Lösung.
He-Man spielt im Sitzen halbwegs zufrieden vor sich hin und zeigt dabei sogar mehr Entdeckergeist, als er es im Liegen je tat. Mittlerweile schafft er es aus dem Vierfüßler auch selbst zum Sitzen zu kommen und manchmal aus dem Sitz wieder zurück in die Bauchlage.
Bei letzterem titscht er allerdings gerne mal schmerzhaft mit dem Kopf auf den Boden vor lauter Schwung. Deshalb bleibt er ganz gerne sitzen, wackelt mit den Beinchen und bewegt sich so als kleiner Popohoppser durch die Gegend. Auf unserem glatten Holzboden kommt er so mehr zufällig voran, aber immerhin.
Ich muss also weiter meine mütterliche Geduld bemühen und freue mich über die vielen anderen süßen Dinge, die He-Man so macht: Pinzettengriff und Löffeln beim Essen üben zum Beispiel. oder Kuckuck spielen. Oder Mama sagen. Oder auch einfach strahlend lächeln, so dass einem das Herz wie Butter in der Sonne schmilzt.

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Ein Gedanke zu “Der Popohoppser

  1. Ganz bald startet er durch, ich glaube auch dass es viel mit dem Gewicht zu tun hat, bei Mauli war die Verteilung dessen ziemlich unglücklich und er murkste sich schlimmer ab als die beiden anderen. Das Bärchi ist zwar auch ziemlich propper aber eben größer als er damals, und wenn ich an Marple Fliegengewicht denke, schwerkraftlos düste sie los. 😉 zumindest klappt die Sitztechnik, meine Zwerge kippten ewig lange einfach nach vorne, obwohl knien, hinstellen etc alles super klappte.

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