Kardiologin Frau Dr. MiniMi

Morgen steht vor dem Urlaub noch der jährliche kardiologische Check-up fürs MiniMi an. 22 Monate nach ihrer gelungenen Herz-OP ist das Thema im Alltag schon sehr weit weg. Heute fiel mir beim Frühstück siedend heiß ein, dass das MiniMi über den Termin noch gar nicht informiert und darauf vorbereitet war.
Dem Mann und mir ist das Prozedere natürlich bekannt: Wiegen, messen, EKG, Ultraschall. Für das MiniMi liegt die letzte Untersuchung aber über ein Jahr zurück. Was würde sie zu den unbekannten Untersuchungen sagen? Im Krankenhaus? Bei für sie fremden Ärzten?
Normalerweise ist sie eine wirklich geduldige Patientin. Sie mag ihre Kinderärztin furchtbar gerne und weint dort auch so gut wie nie. Die bisherigen Check-ups, bei denen sie noch ein Baby war, liefen immer ziemlich gut. Mit gut zwei Jahren ist ihre Skepsis gegenüber fremden Menschen, unbekannten und noch dazu potenziell schmerzhaften Situationen doch deutlich gewachsen.
Vorsichtig eröffne ich ihr zwischen Milch und Frischkäsetoast die Idee, dass wir zum Arzt gehen und dort geschaut wird, ob ihre Herz richtig schlägt. Sie fragt nach, ob ihre Ärztin das macht und lehnt nach der verneinenden Antwort rundheraus ab: „Nis hingehen.“
Beim Wäscheabhängen sprechen wir nochmal darüber. Sie ist verständlicherweise weiterhin skeptisch. Mir fällt ein, dass in einem ihrer Bücher („Wir sind vier“, Ravensburger) eine Ultraschalluntersuchung gezeigt wird. Wir kramen das Buch raus und ich erkläre ihr, dass mit so einem Gerät morgen ihr Herz angeschaut wird, weil das mal repariert wurde, als sie noch ein Baby war. Anschließend gehen wir ins Bad, ich nehme einen Deoroller und reibe ihr über die Brust, um zu zeigen wie sich das anfühlen wird. Das ist natürlich der Knaller. Sie reibt sich den halben Oberkörper und Bauch ein, mein Ausschnitt muss her halten und anschließend werden Papas Beine noch gründlich berollert.
Als Herr Zeitlos sich über seine klebrigen Unterschenkel beschwert, krame ich zwei Pflaster und alte Walkmankopfhörer raus. Die bappen wir ihm auf den Bauch und spielen noch eine Runde EKG. Gründlich abgehört wurde er natürlich zusätzlich.
Ich hoffe sehr, dass diese kurzfristige Vorbereitung noch rechtzeitig war. Als Backup warten Ablenkungskekse in meiner Handtasche und ein Fädelspiel als anschließende Belohnung für mein tapferes Mädchen. Drückt uns die Daumen!

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3 Gedanken zu “Kardiologin Frau Dr. MiniMi

  1. Das finde ich sehr süß, wie ihr das gelöst habt. Toll! Und außerdem drücke ich die Daumen, dass alles gut ist.

  2. Danke! So schnell fiel mir auch nichts anderes ein. Ganz unvorbereitet wäre das garantiert sehr spannend geworden morgen. So sehe ich zumindest dezente Chancen auf Erfolg.

  3. Pingback: OP und Krankenhaus – An der Seite des Kindes | frauzeitlos

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