Outsmarted

MiniMi und Papa essen einen Mittagssnack: Sie einen Joghurt, er Schokomilchreis mit Schokosauce.

Kaum ist der Deckel offen, linst das MiniMi über den Tisch Papa an und fragt keck grinsend:“Darf auch mal was, ja?“

Papa zieht seine Erwachsenentrumpfkarte:“Nein, Schatz, da ist Kaffee drin.“

MiniMi schaut den Becher kritisch an, überlegt und sagt dann: “Das ist Schoko, oder?“

Der Popohoppser

Auch wenn mir von anderen Menschen immer bescheinigt wird, ich sei ja so unglaublich geduldig: Bin ich nicht. Kein bisschen. Deshalb habe ich derzeit etwas an der motorisch sehr unterschiedlichen Entwicklung meiner Kinder zu knappsen. Das MiniMi war immer vorne weg: Robben, Krabbeln, Hinstellen, Sprechen – wenn sie nicht früh dran war mit irgendwas, dann lag sie zumindest immer noch im durchschnittlichen Zeitplan.
Bei He-Man sieht das ganz anders aus. Mit neuneinhalb Monaten verbuchen wir zwei Zähne unten sowie Rücken-Bauch-Rücken-Rollen auf der Habenseite der klassischen Babymeilensteine. Dabei übt er seit Monaten sehr verbissen vorwärts zu kommen, nur gelingen will es ihm nicht. Er stützt sich auf die Arme, schiebt sich dabei aber nur rückwärts. Dann wird er wütend, drückt sich hoch und rutscht noch weiter nach hinten. Er schreit empört, drückt sich wieder hoch usw. Irgendwann schaue ich nach, warum er sich so aufregt und finde ihn bis zum Nacken unter irgendeinem Möbelstück steckend.
Manchmal wuchtet er sich auch in den Vierfüßlerstand oder in eine Art Liegestütz. Da er aber dabei ziemlich viel Gewicht (über 12 kg) bewegen muss, hält er das nicht lang durch. Alle liegenden Körperhaltungen enden innerhalb von Minuten in Geschrei. Mit Geduld hat es He-Man nämlich auch nicht so.
Monatelang habe ich ihn deshalb getrage, getragen, getragen. Erst im Tuch vor dem Bauch, dann in der Manduca auf dem Rücken. Mir ist das allerdings mittlerweile zuviel. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Deshalb darf He-Man seit ein paar Wochen sitzen. Nicht nur in seinem Hochstuhl zum Essen, sondern auch zum Spielen auf dem Boden. Ich weiß: Man soll Kinder, die nicht selbst ins Sitzen kommen, nicht hinsetzen. Aber meine Nerven, mein Rücken und mein Zeitmanagement brauchten dringend eine Lösung.
He-Man spielt im Sitzen halbwegs zufrieden vor sich hin und zeigt dabei sogar mehr Entdeckergeist, als er es im Liegen je tat. Mittlerweile schafft er es aus dem Vierfüßler auch selbst zum Sitzen zu kommen und manchmal aus dem Sitz wieder zurück in die Bauchlage.
Bei letzterem titscht er allerdings gerne mal schmerzhaft mit dem Kopf auf den Boden vor lauter Schwung. Deshalb bleibt er ganz gerne sitzen, wackelt mit den Beinchen und bewegt sich so als kleiner Popohoppser durch die Gegend. Auf unserem glatten Holzboden kommt er so mehr zufällig voran, aber immerhin.
Ich muss also weiter meine mütterliche Geduld bemühen und freue mich über die vielen anderen süßen Dinge, die He-Man so macht: Pinzettengriff und Löffeln beim Essen üben zum Beispiel. oder Kuckuck spielen. Oder Mama sagen. Oder auch einfach strahlend lächeln, so dass einem das Herz wie Butter in der Sonne schmilzt.

Mjam: Nudelsalat Carbonarastyle

Vorweg: Ich mag eigentlich keinen Nudelsalat,, ich mag lieber Kartoffelsalat. Bei Herrn Zeitlos ist es umgekehrt. Der hasst Kartoffeln, solange sie nicht frittiert sind. So zwei, drei mal im Jahr mache ich deshalb den folgenden Nudelsalat, auf den sich dann stürzt. Den finde sogar ich lecker, aber: Pssst, nicht Herrn Zeitlos verraten!

So geht’s:

Dressing:

1 Becher Schmand, 3 EL Miracle Whip, 5 EL Joghurt, 2 fein gehackte Zehen Knoblauch, 1 EL Weißweinessig, 1 TL Zucker, 1 Prise Salz und viel schwarzen Pfeffer aus der Mühle verrühren.

300 gr Nudeln, kochen und abgießen

150 gr magere Speckwürfel, braten

4 mittelgroße Tomaten, fein würfeln

3 gekochte Eier, fein würfeln

70 gr geriebenen Parmesan

1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe schneiden

Alle Zutaten mit dem Dressing mischen, fertig. Falls der Salat am nächsten Tag zu fest geworden ist, etwas Öl oder Joghurt untermischen.

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Guten Appetit!

An der Nordseeküste

– Hauptsächlich anzutreffende Personengruppen hier im Ort offenbar: Menschen mit nicht-schulpflichtigen Kindern und Menschen mit Hunden. Kommt sich vom Verhalten teilweise aufs Gleiche aus. Wobei ich von meinen Kindern nie behaupten würde “Sonst machen die das nie“ oder “Eigentlich sind sie gut erzogen“

– Das MiniMi findet es ein bisschen doof, dass sie bei 10 Grad und eisigem Wind nicht ins Wasser gehen darf. Heute stand sie im Watt und rief “Wo ist das Wasser hin?“

– Auf unseren Urlaubsfotos wird He-Man nur selten zu sehen sein, wenn er weiterhin meist hinter mir in der Manduca hockt.

– He-Man und ich sind in unserer Familie die Pro-Krabben-Fraktion

– Das MiniMi findet Tiere nur aus dem Auto toll. Schafe auf dem Deich sind beängstigend und nur nach gründlicher Erklärung der Funktionsweise von Stacheldraht zu besichtigen. Auf Mamas Arm. (“Mama, da eine Kuh!“ “Nein, das ist keine Kuh.“ “Ein Pferd?“ “Nein, das ist ein schwarzes Schaf.“ “Macht aber gar nicht Mäh!“ Stadtkind. Wir üben noch.)

Gar kein großes Mädchen

Zuerst mal vorne weg: Das Herz vom MiniMi ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Und sie hat sich sehr tapfer untersuchen lassen. Trotzdem ging es nicht ganz ohne Tränen. Für mich ist das auch vollkommen okay. Mein Motto beim Arzt ist im Zweifelsfall immer „Du darfst weinen, aber du musst stillhalten“.
Der Kardiologe und die Schwester, die für die Vorbereitungen zuständig ist, sehen das leider etwas anders. Beim EKG und beim Ultraschall darf der kleine Patient nicht weinen, sonst gibt es einfach keine zuverlässigen Werte. Soweit kann ich das noch verstehen. Unverständlich für mich hingegen war die schnelle und sehr robuste Art, die ruppigen „Aufmunterungsparolen“ mit der über die Angst meines Kindes hinweggegangen wurde.
Klar, diese Untersuchungen sind nicht schmerzhaft. Und klar, im klinischen Alltag gibt es viel zu tun und alles muss möglichst schnell gehen. Der heutige Check-up-Termin war aber geradezu enttäuschend, nachdem wir bislang fast ausschließlich gute Erfahrungen in MiniMis Medizinhistorie gemacht hatten.
Schon beim Betreten blaffte uns die Schwester (die wir in der Tat auch bei vorherigen Besuchen schon als unfreundlich kennengelernt hatten) an: Nur einer dürfte bei den Voruntersuchungen dabei sein. Wir protestierten. Bei allen anderen Besuchen waren wir gemeinsam dabei gewesen und es ist ein wirklich großer Raum, in dem es nicht zu voll gewesen wäre. Nein, antwortete sie, dass sei schon seit einer Weile so. Nur einer. Der Mann bot freiwillig an, mit He-Man draußen zu warten. Den sarkastischen Kommentar „Und nächstes Jahr darf dann keiner mehr mit rein kommen, oder was?“ konnte ich mir nicht verkneifen.
Dann kamen ratzfatzruckzuck alle Untersuchungen hinterher: Wiegen, messen, Blutdruck, EKG. Ich hielt das MiniMi im Arm fest, während die Schwester ihr Ding einfach durchzog und dabei immer laut polternd mit Spielzeug dem MiniMi vor der Nase rumwedelte. Ich erklärte dem MiniMi möglichst ruhig was passierte. Auf jedes „Nicht weinen!“ sagte ich bestimmt „Du darfst ruhig weinen. Ich verstehe, dass Du Angst hast.“ Sie beruhigte sich ganz schnell und das EKG klappte problemlos, während ich ihr ein bisschen ins Ohr sang. Nach den Untersuchungen ging die Schwester ins Nebenzimmer. Ich flüsterte dem MiniMi erleichtert zu „Puuuh, die Frau mag ich gar nicht.“ Das MiniMi stimmte laut zu „Ich auch nicht.“
Diese Hauruckprogramm hatte ich von genau dieser Mitarbeiterin auch erwartet. Was mich und auch Herrn Zeitlos wirklich enttäuschte, war, dass es beim Arzt drinnen ähnlich weiter ging. Als das MiniMi noch ein Baby war, war er immer sehr einfühlsam und verständnisvoll ihr gegenüber. Jetzt hieß es immer „Zeig mal, dass du ein großes Mädchen bist.“ und „Du brauchst doch nicht weinen.“. Zwei Sätze, bei denen mir die Nackenhaare hochstehen. Schon direkt am Anfang, als das MiniMi noch ganz eingeschüchtert auf der Liege saß und nicht mal ihr Shirt ausziehen wollte, zog er ihr am Schnuller: „Zeig mir doch mal dein Gesicht. Ich will wissen, wie du aussiehst.“ Das mag vielleicht lustig gemeint sein, aber ich käme im Leben nicht auf die Idee, einem Kind mit Tränen in den Augen auch noch seinen Seelentröster wegzunehmen!
Innerlich brodelte ich, äußerlich blieb ich ruhig, murmelte dem MiniMi auch hier Erklärungen ins Ohr: was passierte, dass oben ihr Herz im Fernsehen zu sehen ist, usw. Dabei hielt ich ihre Händchen, ließ mich von ihr in den Haaren kraulen und versuchte gleichzeitig den spärlichen Erklärungen sowie den Ultraschallbildern zu folgen. Keine leichte Aufgabe, das medizinische Kauderwelsch zu verstehen und gleichzeitig auf ein verängstigtes Kind einzugehen.
Das MiniMi hat sich sehr, sehr wacker geschlagen. Aber sie ist nunmal kein großes Mädchen. Sie ist gerade mal zwei. Selbst wenn sie zwanzig wäre: Vor unbekannten Situationen darf man ruhig Angst haben. Und ich finde, es stünde medizinischem Fachpersonal gut zu Gesicht, dann mal einen Gang runter zu schalten und auf die Angst der Patienten einzugehen, egal wie groß oder klein.

Kardiologin Frau Dr. MiniMi

Morgen steht vor dem Urlaub noch der jährliche kardiologische Check-up fürs MiniMi an. 22 Monate nach ihrer gelungenen Herz-OP ist das Thema im Alltag schon sehr weit weg. Heute fiel mir beim Frühstück siedend heiß ein, dass das MiniMi über den Termin noch gar nicht informiert und darauf vorbereitet war.
Dem Mann und mir ist das Prozedere natürlich bekannt: Wiegen, messen, EKG, Ultraschall. Für das MiniMi liegt die letzte Untersuchung aber über ein Jahr zurück. Was würde sie zu den unbekannten Untersuchungen sagen? Im Krankenhaus? Bei für sie fremden Ärzten?
Normalerweise ist sie eine wirklich geduldige Patientin. Sie mag ihre Kinderärztin furchtbar gerne und weint dort auch so gut wie nie. Die bisherigen Check-ups, bei denen sie noch ein Baby war, liefen immer ziemlich gut. Mit gut zwei Jahren ist ihre Skepsis gegenüber fremden Menschen, unbekannten und noch dazu potenziell schmerzhaften Situationen doch deutlich gewachsen.
Vorsichtig eröffne ich ihr zwischen Milch und Frischkäsetoast die Idee, dass wir zum Arzt gehen und dort geschaut wird, ob ihre Herz richtig schlägt. Sie fragt nach, ob ihre Ärztin das macht und lehnt nach der verneinenden Antwort rundheraus ab: „Nis hingehen.“
Beim Wäscheabhängen sprechen wir nochmal darüber. Sie ist verständlicherweise weiterhin skeptisch. Mir fällt ein, dass in einem ihrer Bücher („Wir sind vier“, Ravensburger) eine Ultraschalluntersuchung gezeigt wird. Wir kramen das Buch raus und ich erkläre ihr, dass mit so einem Gerät morgen ihr Herz angeschaut wird, weil das mal repariert wurde, als sie noch ein Baby war. Anschließend gehen wir ins Bad, ich nehme einen Deoroller und reibe ihr über die Brust, um zu zeigen wie sich das anfühlen wird. Das ist natürlich der Knaller. Sie reibt sich den halben Oberkörper und Bauch ein, mein Ausschnitt muss her halten und anschließend werden Papas Beine noch gründlich berollert.
Als Herr Zeitlos sich über seine klebrigen Unterschenkel beschwert, krame ich zwei Pflaster und alte Walkmankopfhörer raus. Die bappen wir ihm auf den Bauch und spielen noch eine Runde EKG. Gründlich abgehört wurde er natürlich zusätzlich.
Ich hoffe sehr, dass diese kurzfristige Vorbereitung noch rechtzeitig war. Als Backup warten Ablenkungskekse in meiner Handtasche und ein Fädelspiel als anschließende Belohnung für mein tapferes Mädchen. Drückt uns die Daumen!

Uuuurlaub!

Samstag fahren wir seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder in Urlaub. Zum ersten Mal an die Nordsee und zum ersten Mal mit Kindern. Pfingsten 2011 wollten wir auch mal an die See, sind aber wegen schlechtem Wetter noch am gleichen Tag zurück. Seitdem sind wir nicht mal über Nacht irgendwo gewesen mit den Kindern. Es wird also vermutlich spannend.

Das Schlafzimmer sieht schon aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Überall Taschen, Koffer, Schuhe. Mein eigener Platzbedarf ist begrenzt, aber bei den Kindern nehme ich sicherheitshalber für jeden Tag ein Outfit mit. Es gibt zwar eine Waschmaschine, aber die Kleinen machen sich ja schneller dreckig als man gucken kann. Außerdem ist das Wetter noch nicht ganz kalkulierbar: Wird es warm oder kalt? Sonne oder Regen heißt kurz und lang, Badezeug und Matschsachen. (Hoffentlich kein Schnee. Dafür sind wir nicht gerüstet!)

Hinzu kommen Windeln, Kinderwagen, Trage, Strandmuschel, Reisebettgitter, Sandspielzeug, etwas Küchenzeug und und und. Ich bin gerade sehr froh, dass wir kurzfristig noch ein großes Auto gekauft haben.

Jetzt fehlen mir nur noch Eure ultimativen Tipps: Was gehört unbedingt ins Gepäck für an die Nordsee mit Kleinkind und Baby? Was kann zuhause bleiben? Und was muss man unbedingt gesehen oder gemacht haben zwischen Bremerhaven und Cuxhaven?