Osterhasenlimit

Ende, aus: die Osterfeiertage sind vorbei. Millionen unschuldige Schokoosterhasen sind an diesem Wochenende ums Leben gekommen, kiloweise Süßigkeiten verschwanden in Kinder- und Erwachsenenmündern.
Auch der Mann und ich haben unser gemeinsames Osternest fast schon leer gegessen. So sind wir: Es gibt Süßigkeiten? Die müssen vernichtet werden. Also, ich eigentlich nicht. Ich kaufe nur gerne Chips, Weingummi usw. und esse auch gerne regelmäßig immer wieder davon. Der Mann aber kann nicht einfach nur ein paar Gummibärchen nehmen und die Tüte wieder verschließen. Bei ihm verschwindet sofort alles. Und weil ich ein absoluter Futterneider bin, sehe ich zu, dass ich zumindest die Hälfte davon abbekomme. Kaufe ich eine Stapel Schokolade im Angebot, darf man davon ausgehen, dass hier jeden Tag mindestens eine davon verschwindet. Es ist unfassbar.
Als ich ein Kind war, wurden Süßigkeiten zuhause streng reglementiert. Es war gar nicht so, dass ich keinen Zucker bekommen hätte, aber ich durfte auf gar keinen Fall ohne zu fragen an die Süßigkeitenkiste. Die Folge: Auf Familienfesten – dort standen nach Kaffee und Kuchen immer Schüsseln mit Knabberzeug und Weingummi auf dem Tisch – aß ich regelmäßig so lange und viel, bis ich mich übergeben musste. War ich als Teenager allein zuhause und nahm mir etwas aus der Kiste, achtete ich peinlichst darauf, dass es zu wenig war, um den Unterschied zu merken. Oder ich ging anschließend zum Aldi und kaufte das gleiche nach.
Diese übermäßige erzieherische (gar nicht mal tatsächliche) Reglementierung in Bezug auf Süßigkeiten hat in mir genau das Gegenteil bewirkt: Ich kann mich auf dem Gebiet nur schwer zügeln, sowohl was essen als auch kaufen angeht. Einer meiner größten Freuden, nachdem ich die erste eigenen Wohnung bezogen hatte, war es, mir einfach immer alle Schnützereien kaufen zu können, die ich wollte. Und eigentlich will ich immer.
Nun bin ich aber Mutter. Wie gehe ich da mit dem Thema um? Schnell hat sich im Alltag gezeigt: Ich kann gerade auf dem Gebiet keine „harte Linie“ fahren. Das MiniMi darf im Alltag nachmittags ein Kekschen essen und auch ein Glas Milch mit etwas Kakao drin (ihren heißgeliebten „Tindertaffee“). Unterwegs habe ich Snackigel, Fruchtmuß oder ähnliches in der Tasche. Und wenn sie im Wahlkampf ein Tütchen Gummibärchen geschenkt bekommt, darf sie es auch sofort essen.
Dabei macht das MiniMi oft den Eindruck, als könnte auch sie nicht genug bekommen, wenn es irgendwo Knabbereien zu ergattern gibt. Gestern hat sie das Gegenteil bewiesen. In ihrem Osternest war ein kleiner Smartieshase, ein Ü-Ei und ein Schokohasenlolli. Sie aß erst den Hasen, biss dann noch kurz in den Lolli und aß dann lieber zum Frühstück noch ein Toast mit Mett und ein paar Himbeeren. Am Vormittag verputzte sie noch den Lolli, heute öffnete sie das Ü-Ei. Die Hälfte davon liegt sogar noch im Körbchen. Ich hoffe, wir können ihr diese Fähigkeit zur gesunden Selbstbegrenzung irgendwie bewahren.
Im Schrank warten noch die Ostersachen von Oma und Opa. Es ist nicht furchtbar viel, insgesamt ein kleines Tupperdöschen voll (plus Osterhase, Kinderkekse und Fruchtriegel). Noch hadere ich, ob ich das komplett verschwinden lasse, limitiert ausgebe oder sichtbar hinstelle und sie etwas auf Nachfrage davon bekommt.

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2 Gedanken zu “Osterhasenlimit

  1. Wir halten es so, dass es nach dem Abendessen, Nachtisch gibt , den wir meist auch zusammen mit den Kindern einkaufen. Und sie halten sich dran. Gut, jetzt nach Ostern müssen wir da etwas aufpassen, weil die Große „die Süße“ ist von den Mädels aber es klappt meinst ohne Tränen.Meist wird aber der Apfel / Birne / Banane vorgezogen. Erdbeeren gehen immer – egal wann und wo…

    Wenn Mama allerdings tagsüber ihren Schokoladenbedarf schon auffüllen muss, gibt es für die Kinder auch etwas, getreu dem Motto: „Gleiches Recht für alle“.

  2. Ich gebe zu: Unsere neue Speisekammer ist toll. Da ist für Kinder betreten verboten, wegen wackliger Regale, Putzzeug und so. Und da kann Mama ganz elegant verschwinden und sich ein Bömmsken oder zwei schnützen 🙂

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