Papa der Retter! (?)

Eine Umstellung ist im Hause Zeitlos im Gange: Seit ein paar Tagen soll das MiniMi seinen Tagschlaf allein im eigenen Bett verbringen. Das gefällt nicht allen Beteiligten, besonders nicht dem MiniMi. Bislang schlief sie immer in meinem Arm ein; nach einer Weile legte ich sie neben mich, musste aber dabei bleiben, damit sie weiterschlief. Da sie nur im Schlafzimmer im großen Bett und im Dunkeln schlafen wollte, kostete mich das jeden Tag um die drei bis vier Stunden Zeit. Zeit, die ich anders hätte nutzen können, um dann später wirklich Zeit für das wache MiniMi zu haben. Hinzu kommt, dass sie sich schon immer absolut nur von mir zum Schlafen bringen lässt. Tagsüber schafft der Mann das mit ganz, ganz viel Glück. Abends schreit das MiniMi sobald es merkt, das sie nicht von mir zu Bett gebracht wird.
Schon vor einigen Wochen hatte ich schon mal erfolglos probiert diesen Zustand zu ändern. Aber ich denke jetzt kriegen wir die Kurve. Wir kuscheln und singen ein Lied, dann lege ich sie in ihr Bett, singe noch ein Lied und halte ihre Hand. Es dauert zwar noch eine sehr lange Weile bis sie einschläft, aber das wird bestimmt mit der Zeit besser.
Auch Abends halte ich sie nun nicht mehr im Arm, bis sie fest schläft, sondern lege sie nach der besungenen Schlafflasche direkt in ihr Bett. (Sie wachte auch so beim Ablegen vorher meistens auf. Der Unterschied ist also minimal) Vorgestern passte ihr das aber gar nicht. Jedes Mal, wenn ihr die Augen zufielen, stand sie sofort im Bett auf. Legte ich sie wieder hin, fing sie an zu weinen. Schließlich regte sich das MiniMi so auf, dass ich sie hochnahm, um sie zu beruhigen. Als sie sich soweit eingekriegt hatte, legte ich sie wieder hin – sofort wieder wütend-verzweifeltes Schreien.
Der Mann schaute im Schlafzimmer vorbei, weil solche Schreiepisoden hier eigentlich nicht zum Abendritual gehören. Sofort streckte das MiniMi ihre Arme aus: Papa, mein Retter, mein Ritter! Er beruhigte sie wieder und legte sie dann – ganz unritterlich – wieder in ihre Bett. Uh, da war das MiniMi erst recht sauer. Wie konnte er nur! Taucht als Retter in der Not gegen die böse Mama auf und schlägt sich dann auf ihre Seite!
Wir arbeiten also erstmal weiter als weibliches Zweierteam am friedlichen Einschlafen. Der Papa beteiligt sich jetzt nach und nach immer mehr am Abendritual und mal sehen, wann er auch das Sandmännchen spielen darf.

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7 Gedanken zu “Papa der Retter! (?)

  1. Es ist gut dass ihr an dem Thema arbeitet. Nach meiner Erfahrung geht so ein Umgewöhnen niemals ohne Tränen (klar, der Mensch ist ein Gewohnheitstier). Nutzt die Gelegenheit den Papa 50/50 einzubinden, einen Abend er, einen Abend du. Und der jeweils andere bleibt weg egal wie das Kind brüllt. Das muss gehen. Sie wird sich dran gewöhnen und ihr habt gleich zwei Umgewöhnungen auf einmal geschafft. Durch die Schwangerschaft muss der Papa sich da jetzt mehr einbringen, du brauchst auch mal Ruhe.Ihr werdet euch eh gleichermaßen einbringen müssen beim Insbettbringen von zwei kleinen Kindern…

  2. Ja, das denken wir auch. Wir wollten das schon lange angehen, aber die Zeit war einfach nicht reif. Nach der OP merkte man dem MiniMi beim Thema Schlaf an, dass sie die Woche in der Klinik doch mitgenommen hatte. Ansonsten alles eitel Sonnenschein, aber beim Schlafen sehr unsicher und Mamas Nähe suchend – noch viel stärker als vorher. Vielleicht auch, weil sie sich da selbst vom einen Tag auf den anderen abgestillt hat.
    Die bisherigen neuen Tagschläfchen zeigen aber deutlich, dass sie einen Schritt gemacht hat: Das Einschlafen ist zwar mühsam, dann aber schafft sie es alleine über die erste Schlafphase von 30 Minuten hinweg auch in tieferen Schlaf zu kommen. Das war vorher auch immer ein Problem.
    Noch hält das MiniMi beim Einschlafen immer meine Hand fest. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich ihr das als nächstes Abgewöhnen sollte (weil das im Auto sehr nervig ist und jetzt mit dem großen Sitz auch gar nicht mehr geht), oder wir die Papa-bringt-dich-ins-Bett-Phase starten. Aber ich denke mal: eins nach dem anderen. Noch ist ein bisschen Zeit, bis He-Man kommt.

  3. Was mir noch einfällt: Klar, dass das nicht so ganz ohne Tränen geht – hatten wir ja auch schon drüber gesprochen. Ich versuche da aber immer die feine Grenze zu finden zwischen „Sauer, weil die Gewohnheit geändert wird“ und „Verletzt, weil einem tiefen Bedürfnis nicht stattgegeben wird“. Deshalb will ich ihr nicht zuviele Änderungen auf einmal zumuten und ich vielleicht selbst nicht mehr erkennen kann, was Gewohnheit und was Bedürfnis ist.

  4. ja, da kommen die Erinnerungen wieder… als m aufstehen und angehalten tapsen konnte wollte sie sich auch nicht mehr hinlegen. ich hab sie dann immer wieder hingelegt und sowas wie „gute Nacht, jetzt wird geschlafen“ wiederholt, das ganze sicher auch mal drei Dutzend mal, bis sie liegenblieb (um dann irgendwann selbst einzuschlafen). dran bleiben, es wird!

  5. Ich find grad total interessant, dass die Schlafentwicklung scheinbar ähnlich abläuft. Das Mon fand ja mit ca. 10 Monaten den Papa abends/nachts plötzlich auch total schrecklich, wollte am liebsten nur noch auf mir schlafen und jedes ins Bett bringen wurde ein totaler Kampf. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen – mach nach Bauchgefühl wie’s für euch am besten funktioniert. Und wenn du was ändern möchtest, dann sei konsequent, egal wie blöde sich’s anfühlt. (Ich glaube fest, dass die Kinder merken, wenn man selber von einer Methode nicht überzeugt ist.)
    Alles andere hatten wir ja schon per Mail.
    Drücke weiter die Daumen, dass es besser wird! (Wird es!!)

    P.S.: He-Man. ?!

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