Blog Dein Wissen! Woche #02: Schlafstätte

Die erste Runde von „Blog dein Wissen“ habe ich zwar verpasst, aber da mich das Thema gerade auch umtreibt, schreibe ich gerne was zum Thema Schlafstätte.
Das MiniMi hat eigentlich zwei offiziell als Schlafstätten gedachte Möbelstücke: Meine alte Babywiege, die mein Vater damals für mich gebaut hat, und ein Kinderbett. Das Bett ist Teil der neu angeschafften Kinderzimmermöbel, steht aber bei uns im Schlafzimmer. Wir haben eine Seitenwand gegen die Juniorbett-Umbauseite getauscht und das Bett dann mit Schraubzwingen an unserem Bett befestigt. So haben wir quasi ein Beistellbett Marke „Eigenbau“. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass das liebe Kind tagsüber in seiner Wiege schlummert und sich nachts seinen Träumen im Beistellbett hingibt. Soweit die graue Theorie.
Der Alltag ist ein anderer: In der Wiege hat das MiniMi bislang in seinem dreimonatigen Leben insgesamt etwa zehn Minuten geschlafen. Sie ist mittlerweile eher ein „Ich-muss-das-Kind-mal-eben-sicher-ablegen-Ort“ aber keine Schlafstätte mehr.*
Das Kinderbett ist nachts mittlerweile wirklich eine Schlafstätte. Über dem Bett hängt, wegen SIDS, statt einem Himmel eine Art kleines dunkelblaues Sonnensegel, das ich aus dünnem Leinenstoff genäht habe. Außerdem hängt über dem Kopfende eine hübsche handgemachte Lampe, auf der ein Sandmännchen Goldstaub vom Mond pustet (ein Geschenk der Großeltern). Das Bett selbst wird am Fußende, wo das Kind nicht hinreicht, bevölkert von einer Nachtlampe in Form des kleinen, blauen Elefanten, Ersatzschnullis und meinem Handy (als Wecker – schließlich musste ich mein Nachtkästchen aufgeben).
Wenn wir das MiniMi abends ins Bett bringen, schläft sie in ihrem eigenen „Matratzenbereich“. Wenn es kühl ist, im Pucksack auf (und halb in) einem warmen Schlafsack, wenn es wärmer ist, so wie im Moment, in einem dünnen Baumwollschlafsack und mit einer gehäkelten Baumwolldecke. Ich schlafe neben ihr, habe sie im Blick und kann sie – zumindest links – dort im Liegen stillen. Manchmal schlafen wir auch Hand in Hand. Meist nehme ich sie morgens beim Stillen zu mir ins Bett. Sobald die Sonne aufgegangen ist, mag sie nicht mehr alleine schlafen, sondern nur zwischen Mama und Papa. Ich rutsche dann mit meinem Kissen halb in das Beistellbett und lege das MiniMi auf die freigewordene Fläche. Meine Wenigkeit darf dann mit dem Popo und Rücken halb auf der Kante zum Kinderbett, die nur leicht gepolstert ist, platznehmen. Das ist unbequem, verschafft mir aber zwischen zwei und vier Stunden weiteren Schlaf. Da nehme ich Rückenschmerzen gerne in Kauf. Die ersten Wochen schliefen wir so auch fast jede Nacht. Klar hatten wir ein bisschen Bammel, weil man das ja nicht machen soll, und mehr als einmal musste ich Herrn Zeitlos streng schubsen, weil er drohte, sich rückwarts gegen das arme Kind zu rollen, oder das Plumeau auf es zu werfen. Aber ich schlief lieber nur halb und mit einem Auge offen, als gar nicht. Wenn das MiniMi sich ganz verloren fühlte, nahmen Herr Zeitlos oder ich sie häufig auch auf die Brust und schliefen so mit ihr. Das ist aber nur noch nötig, wenn sie sich schwer tut mit dem Atmen (und ist ehrlich gesagt ganz schön unbequem und anstrengend).
Tagsüber ist das mit der Schlafstätte so eine Sache. Zuerst schlief das MiniMi fast durchgehend und egal wo. Dann folgte eine Zeit, in der sie immer beim Stillen einschlief und auch weiterratze, solange sie auf meinem Schoß lag. Leider wurde sie beim Weglegen immer wach (blöder Moro-Reflex). Die einzigen zuverlässigen Schlafstätten waren dann wochenlang Kinderwagen, Tragetuch und MaxiCosi.
Aber auch das hat sich geändert: Seit sie mit ihren großen Kulleraugen die Welt um sich herum aufsaugt, ist das „mobile“ Schlafen wieder schwieriger geworden und Spazierengehen keine Patentlösung mehr für ein langes Schläfchen. Daraufhin hatte ich mir in den Kopf gesetzt, das Kinderbett auch konsequent zur Tages-Schlafstätte zu machen. Das klappte einige Tage ganz gut: MiniMi bei den ersten Müdigkeitszeichen ins Bett bringen, pucken, stillen und dann immer wieder geduldig aus dem Zimmer raus, beim ersten „Bäh!“ wieder rein, streicheln, „schhhhhh“ machen, wieder raus etc. Leider wirft das den kompletten Tagesplan durcheinander, wenn man sich drei bis vier Mal am Tag eine Stunde damit beschäftigt, dem Kind liebevoll beizubringen, dass es keinen Grund gibt fünf Mal hintereinander wieder aufzuwachen. Das Problem wurde dann dadurch verstärkt, dass dem MiniMi der Pucksack jetzt schon zu warm ist und ihre „Wedelärmchen“ sie zusätzlich wach halten.
Seit heute schläft das MiniMi deshalb wieder dort, wo es halt gerade liegt. Das war heute Vormittag der Kinderwagen, heute Mittag die Spieldecke – eingekuschelt ins Stillkissen -, dann mein Schoß und heute Abend der MaxiCosi (in dem sie eigentlich nur kurz sitzen sollte, damit ich beim Kochen die Hände frei habe). Eigentlich fände ich das auch ganz angenehm und praktisch ein Kind zu haben, das immer und überall schlafen kann. Generell schläft sie im Moment aber auch am Tag anscheinen am liebsten mit Körperkontakt zu mir – wo ich liege oder wenn ich sie halte, schläft sie also auch.
Wenn das MiniMi abgestillt ist, soll sie eigentlich inklusive Bett ins Kinderzimmer ziehen. Ich weiß schon jetzt, dass sie mir dann fehlen wird, freue mich aber auch darauf, mal wieder auf meiner rechten Seite zu schlafen, ohne Bettkante unterm Hintern. Aber auch das ist bislang graue Theorie. Wir werden sehen, was die Praxis bringt.

*Worüber übrigens die Oma sehr sauer ist, da sie die Polsterung extra neu bezogen hat. Nach 31 Jahren und zig anderen Kindern, die darin schon geschlafen haben, war das auch dringend nötig, aber die Nicht-Nutzung der Wiege sorgt trotzdem mindestens einmal die Woche für bittere Kommentare.

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4 Gedanken zu “Blog Dein Wissen! Woche #02: Schlafstätte

  1. Schöner Bericht. Ist bei uns und dem 4 Monate alten Prinzen ganz genauso- habe mich sehr wieder erkannt 😉

  2. Schöner Bericht. Habe mich und den 4 Monate alten Prinzen sehr wieder erkannt. Ich wollte auch versuchen, ihn tagsüber an seine Schlafstätte zu gewöhnen, aber jetzt lass ich es gleich. 😉

  3. Och, versuchs‘ ruhig. Jedes Kind ist ja anders. Vielleicht findet er das gut, einen festen Platz zu haben. Das MiniMi mag halt lieber wo schlafen, wo es Mama im Zweifelsfall im Auge behalten kann.

  4. Ach, das klingt doch alles gut. Ich würde das ganz gelassen sehen, in den nächsten Monaten wird sich das Schlafverhalten und -rythmus noch zig mal ändern. Unsere Prinzessin schlief den ersten Monat nur bei uns im Bett in der Mitte (und wir haben nur 160cm). Sie brauchte einfach die Körperwärme und einen gleichmäßigen Atem neben ihr zum Einschlafen. Wenn wir uns wirklich mal „auf“ sie rollten, bzw. zudeckten (da wir beide sehr tief und fest schlafen), dann quiekte sie einfach kurz und wir wussten Bescheid. 😉 Ich würde das also entspannt sehen als Eltern. Man schläft zwar schon unruhiger, weil weniger Platz vorhanden ist, aber ich habe noch von keinem Fall gehört wo die Eltern das Kind plattgelegen haben.

    Im zweiten Monat schlief sie dann die erste Hälfte der Nacht im Beistellbett, die zweite bei mir mir auf der Betthälfte und irgendwann im dritten Monat schlief sie dann nur noch im Beistellbett. Ein und auch durch (bis auf die Stilunterbrechungen). Bitte kein Neid, ich bin der Meinung nächtliches Schlafverhalten wird vererbt. 😉 Da ich nicht im Liegen stillen konnte, weil sie sonst alles gleich wieder ausspuckte, legte ich sie nach jeder Mahlzeit wieder „zurück“. Aber auch durch das Zufüttern mit der Flasche war jede Stillmahltzeit für mich eh eine richtige Schlafunterbrechung (Stillen im Sitzen mit Stillkissen beider Seiten, Bäuerchen, dann Aufstehen, Flasche machen, Flasche geben, Bäuerchen usw.) und lief nicht nur „nebenbei“, wie ich es von anderen Müttern oft gehört habe.

    Es wird also alles seinen Weg gehen. Ich bin gespannt wie sich das bei euch entwickelt.

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