Home sweet home

Hier war ein paar Tage Funkstille. Das MiniMi und ich weilten in der Kinderklinik mit Bronchitis (und die Gelbsucht ist by the way auch noch nicht weg…). Nachdem sie die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag durchgeröchelt hat, standen wir morgens direkt wieder in der Kinderarzt-Praxis. Die Ärztin war besorgt und wies die kleine Maus prompt ein. Drei Tage haben wir dort jetzt verbracht, stets mit bangem Blick auf den Herzmonitor und die Sauerstoffsättigung. Ein Hin- und Her im Kabelgewirr zwischen Schlafen, Wickeln, Husten, Wiegen, Stillen, Wiegen etc. Furchtbar, wie das arme MiniMi da ganz schlapp in seinem Plexiglas-Bettchen lag.

Vorletzte Nacht musste sie mit Sauerstoff versorgt werden, gestern Nachmittag dann nochmal kurz. Die letzte Nacht hat mein tapferes Mädchen aber ganz von alleine schön tief geatmet – deshalb durften wir auch nach Hause. Einerseits eine Erleichterung, denn Herr Zeitlos und ich leiden unter der gleichen Erkältung und sind auch stehend K.O. (Auch das MiniMi war froh, wieder zuhause zu sein und hat beim Aufwachen direkt die erste längere Stillmahlzeit der letzten Tage durchgezogen.) Andererseits eine Belastung hier ohne technische Krücke zu sitzen, die das Wohlergehen des MiniMi überwacht. Ich mache wahrscheinlich kein Auge zu heute Nacht.

Bei unserem Aufenthalt in der Klinik ist mir, genau wie im Geburtskrankenhaus, aufgefallen, wie liebevoll und geduldig die Mitarbeiter mit ihren kleinen Patienten umgehen. (Ich spekuliere darauf mich bei der nächsten Krankheit auch einfach vom Kinderarzt behandeln zu lassen) Der netteste von allen war der kardiologische Oberarzt, der am Montag den Herzfehler diagnostiziert hatte. Als wir uns zufällig im Schwesternzimmer über den Weg liefen, hat er mich sofort erkannt: „Ich habe gerade gehört, dass das MiniMi hier ist, und wollte gerade bei Ihnen vorbeischauen.“ Er hat sich dann mit mir die Blutergebnisse angesehen, das MiniMi begutachtet, den Schwestern Anweisung bezüglich der Sauerstoffversorgung gegeben, sich erkundigt was das andere Kind im Zimmer hat und und und. Am nächsten Morgen kam er wieder vorbei mit der Nachricht, dass wir ein Einzelzimmer bekommen, und am Abend schaute er nochmal rein, bevor er ins Wochenende ging. Das tut der geknickten Mutterseele gut, dass er sich so kümmert.

Jetzt liegen wir hier alle leidend auf dem Sofa rum, befeuchten die Luft und husten uns ein bisschen die Seelen aus den Leibern. Die dunklen Gedanken lassen sich hier besser vertreiben, als auf der Station wo ständig panisches, angsterfülltes Kinderweinen durch den Flur hallt. Alles wird gut, sage ich mir immer. Alles wird gut.

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4 Gedanken zu “Home sweet home

  1. Auch von mir eine gute Besserung. Das arme kleine MiniMi. Lieber selber sterbenskrank als das eigene Kind, sag ich immer. Funktioniert leider nicht immer 🙂

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