Däumelinchen

Diese Woche waren wir zur U3 und die amtliche Vermessung ergab folgende Daten: 53,5 cm Länge, 3535 gr Gewicht. Auf allen Wachstumskurven macht das MiniMi seinem Namen Ehre und kratzt an der unteren Norm-Kante entlang.* Aber sie hat in angemessenem Rahmen zugenommen – das ist die Hauptsache.
Doch egal wo wir hingehen: Überall schauen nette ältere Herrschaften in den MaxiCosi und rufen „Ach wie süß! Wieviele Tage ist es denn alt?“ Für die Antwort „Fünf Wochen“ ernten wir stets erstaunte Blicke.
Herr Zeitlos ist übrigens überzeugt, dass das MiniMi damit nach meiner Familie mütterlicherseits schlägt. Hatte er doch schon während der Schwangerschaft einer Hebammenschülerin bei der Frage nach familiären Vorerkrankungen versucht (scherzhaft) „Kleinwuchs“ in die Akte zu diktieren…

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Dies und Das

– Dauerstillen* in Kombination mit Bronchitis für beide Teilnehmer ist eine ganz prima Diät, aber eher nicht zur Nachahmung empfohlen.

– Das MiniMi hat schon jetzt ungefähr 72 mehr Gesichtsausdrücke als Tom Cruise

– Alleinsein mit dem MiniMi in Kombination mit Langeweile führen bei mir zu absolutem Sprechdurchfall. So sorgt „Prinzessin Rotkopf“ für „Blubber-Buxen“ und wird dadurch zum „Müffel-Büffel“ und ähnlichem Quark. Manchmal mache ich mir Sorgen um meine geistige Gesundheit *g*

*gestern so um die 300 Minuten insgesamt reine Trinkzeit. Uffz.

Home sweet home

Hier war ein paar Tage Funkstille. Das MiniMi und ich weilten in der Kinderklinik mit Bronchitis (und die Gelbsucht ist by the way auch noch nicht weg…). Nachdem sie die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag durchgeröchelt hat, standen wir morgens direkt wieder in der Kinderarzt-Praxis. Die Ärztin war besorgt und wies die kleine Maus prompt ein. Drei Tage haben wir dort jetzt verbracht, stets mit bangem Blick auf den Herzmonitor und die Sauerstoffsättigung. Ein Hin- und Her im Kabelgewirr zwischen Schlafen, Wickeln, Husten, Wiegen, Stillen, Wiegen etc. Furchtbar, wie das arme MiniMi da ganz schlapp in seinem Plexiglas-Bettchen lag.

Vorletzte Nacht musste sie mit Sauerstoff versorgt werden, gestern Nachmittag dann nochmal kurz. Die letzte Nacht hat mein tapferes Mädchen aber ganz von alleine schön tief geatmet – deshalb durften wir auch nach Hause. Einerseits eine Erleichterung, denn Herr Zeitlos und ich leiden unter der gleichen Erkältung und sind auch stehend K.O. (Auch das MiniMi war froh, wieder zuhause zu sein und hat beim Aufwachen direkt die erste längere Stillmahlzeit der letzten Tage durchgezogen.) Andererseits eine Belastung hier ohne technische Krücke zu sitzen, die das Wohlergehen des MiniMi überwacht. Ich mache wahrscheinlich kein Auge zu heute Nacht.

Bei unserem Aufenthalt in der Klinik ist mir, genau wie im Geburtskrankenhaus, aufgefallen, wie liebevoll und geduldig die Mitarbeiter mit ihren kleinen Patienten umgehen. (Ich spekuliere darauf mich bei der nächsten Krankheit auch einfach vom Kinderarzt behandeln zu lassen) Der netteste von allen war der kardiologische Oberarzt, der am Montag den Herzfehler diagnostiziert hatte. Als wir uns zufällig im Schwesternzimmer über den Weg liefen, hat er mich sofort erkannt: „Ich habe gerade gehört, dass das MiniMi hier ist, und wollte gerade bei Ihnen vorbeischauen.“ Er hat sich dann mit mir die Blutergebnisse angesehen, das MiniMi begutachtet, den Schwestern Anweisung bezüglich der Sauerstoffversorgung gegeben, sich erkundigt was das andere Kind im Zimmer hat und und und. Am nächsten Morgen kam er wieder vorbei mit der Nachricht, dass wir ein Einzelzimmer bekommen, und am Abend schaute er nochmal rein, bevor er ins Wochenende ging. Das tut der geknickten Mutterseele gut, dass er sich so kümmert.

Jetzt liegen wir hier alle leidend auf dem Sofa rum, befeuchten die Luft und husten uns ein bisschen die Seelen aus den Leibern. Die dunklen Gedanken lassen sich hier besser vertreiben, als auf der Station wo ständig panisches, angsterfülltes Kinderweinen durch den Flur hallt. Alles wird gut, sage ich mir immer. Alles wird gut.

Eigentlich nur ein Schnupfen…

…war es, der uns nach einer durchröchelten Nacht heute Morgen zur Kinderärztin trieb. Ich wollte nur sicher sein, dass das verschleimte Geräusch nicht aus der Lunge kommt, sondern „nur“ aus den Nasenhöhlen. Beim Abhören entdeckte die Ärztin aber ein ganz anderes Geräusch, dass eigentlich nichts im Babykörper zu suchen hat. Umgehend wurden wir zum Kinderkardiologen an der Uniklinik geschickt, bei dem die Praxis uns für nur zwei Stunden später einen Termin organisierte.
Der Ultraschall zeiget das, was beim Schall vor der Geburt – unter anderem – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen worden war. Ein Ventrikulärer Septumdefekt, oder einfach gesagt: Ein Loch in der Wand zwischen rechter und linker Herzkammer, direkt hinter der Aortenklappe. 5 Millimeter groß. Nur zum Vergleich: Das gesamte Herz ist so groß wie die Faust des MiniMi, und die ist zurzeit noch nicht größer als eine ordentliche Walnuss.
Noch ist nicht klar, ob das Loch zuwachsen wird oder ob eine Operation nötig ist. Bei der würde das Herz des MiniMi angehalten und ein Flicken über das Loch gesetzt. Ich mag gar nicht dran denken. Solange aber das Herzlein – und auch die Lunge, in die durch das Loch zuviel Blut strömt – nicht zu sehr belastet sind, darf das MiniMi ersteinmal ein halbes Jahr wachsen, bevor diese Entscheidung gefällt werden muss.

Testbetrieb erfolgreich

Das MiniMi ist ein kleiner Tragling. Am liebsten auf dem Arm, ansonsten im Tuch. Aber auch die Manduca scheint nicht unbequem zu sein (Achtung! Mieses Handyfoto folgt.):
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Solange sie so klein ist, scheint mir das Tragetuch aber gemütlicher und sicherer zu sein – auch wenn das in Öko-Beige optisch nicht ganz so der Knaller ist *g*

Des MiniMis Weg auf die Welt – öffentlich

Schon seit Tagen schreibe ich am eigentlichen Geburtsbericht herum, der mittlerweile sehr detailliert und lang ist. Deshalb habe ich mich zum einen entschlossen, ihn in zwei Teilen zu veröffentlichen, und ihn zum anderen mit einem Passwort zu belegen. Das Passwort kann gerne per Mail angefragt werden. Ich wüsste halt einfach gerne, wer den Bericht so alles liest.

Ganz öffentlich kann ich nur sagen, dass die Geburt wirklich ein überwältigendes Erlebnis war. 20 Stunden haben das MiniMi und ich gebraucht, bis sie endlich auf der Welt war. Die ersten 13 Stunden davon mit fiesen und fiesesten Wehen, ohne dass der Muttermund wirklich aufgegangen wäre. Erst nach dieser langen Zeit waren wir bei zwei(!) Zentimetern, so dass uns mit PDA und Wehentropf weitergeholfen werden konnte.

Was ich vorher nicht gedacht hätte: Trotz dieser langen Zeit voll Schmerzen, fand ich die Geburt wirklich…positiv („schön“ wäre das falsche Wort). Natürlich waren die Wehenpausen das beste und natürlich fand ich die Wehen an sich teilweise absolut unerträglich. Aber mir war die ganze Zeit bewusst, dass die Schmerzen einen Sinn und ein Ziel hatten.

Noch ein Punkt, den ich mir vorher nicht hatte vorstellen können, ist die psychische Belastung, die die Geburt für Herrn Zeitlos war. Währen ich in einer Art geistiger Parallelwelt schwebte, konnte er von außen nur seine schreiende Frau sehen, die jede neue Wehe kaum aushalten konnte. Mehr als einmal hat ihn das vollkommen aus der Fassung gebracht. Und trotzdem blieb er von Anfang bis Ende dabei. Er war mir eine große Stütze und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Und auch wenn er noch im Kreißsaal fragte, ob nicht anschließend eine Vasektomie gemacht werden könnte, bin ich ganz zuversichtlich, dass wir das auch ein zweites Mal zusammen meistern würden.

Liebesbedürftig

Das MiniMi ist seit gestern Nachmittag seeeeehr anhänglich. Ständiges, ausdauerndes Stillen und anschließend nur rumgetragen werden. Am liebsten an Mamas nackter Brust. Da mir das doch etwas unpraktisch war, haben wir uns schließlich zumindest noch auf das Tragetuch einigen können.