He-Man bei der U6

Heute war großer Baby-TÜV-Tag für He-Man: morgens um halb neun musste er zur U6 antreten. Zuerst stand wiegen und messen auf dem Programm: Er ist mit 80cm ziemlich groß, sprengt aber mit einem offiziellen Gewicht von 13,35kg alle Perzentilenkurven. (Ich will das nochmal nachwiegen. Vor drei Wochen war es fast ein Kilo weniger.)

Das führte auch direkt zur ersten Eintragung in der Mängelliste: Übergewicht. Ich bin kein großer Freund davon, Kinder mit solchen “Diagnosen“ abzustempeln. Menschen sind nun mal unterschiedlich und solange ich mein Kind durch Essen vom Familientisch und Muttermilch gesund ernährt weiß, mache ich mir keine Sorgen. Glücklicherweise sieht das die Kinderärztin ähnlich.

Zweites Problem: die vielen Erkältungen, die He-Man immer direkt auf die Lunge schlagen. Bronchotralllala Hypersensibilität. Auch da hilft momentan nur: Abwarten und Teetrinken. Bei den meisten Kindern wächst sich diese Überempfindlichkeit wohl aus.

Ansonsten ist He-Man ein fittes, altersgerecht entwickeltes Krabbelbaby. Er war heute sogar gesund genug um endlich die dritte Sechsfach- und Pneumokokkenimpfung zu bekommen. Und er hat sie tapfer durchgestanden, wie er es von seiner Schwester kennt: beim ersten Piks wird nur gezuckt, beim zweiten empört geweint. Aber nur kurz, bis die Ärztin mit der Crackerdose klappert.

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Unter uns, Teil 1

Nein, hier geht es nicht um die alle RTL-Soap. Es geht vielmehr um unsere Nachbarn. Seit einem dreiviertel Jahr wohnen wir in unserer Wohnung: ein schöner Altbau mit Original-Holzdielen aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Alt, knarzig, voller Lücken und Spalten und eben auch: laut. Das MiniMi rennt durch den Flur: Bomm, Bomm, Bomm! He-Man spielt an der Kinderküche: Klirr, Schepper! Rumms! Von der fliegenden Trinkflasche bis zum Gute-Nacht-Lied übertragen die dünnen Decken so ziemlich alle Geräusche nach unten.

Unter uns wohnt eine junge Familie mit einem Baby, zwei Monate jünger als He-Man. Das Baby geht schon um 18h schlafen und wacht laut Aussage der Eltern ständig wieder auf, weil bei uns laut sei. Mehrfach wurden wir jetzt abends darauf hingewiesen.

Dabei passiert bei uns nichts außergewöhnliches am frühen Abend: um 18 Uhr gibt es Abendessen, danach Sandmännchen gucken, Zähneputzen, Wickeln, ab ins Bett. Klar, rennen das MiniMi nochmal ne Runde rum, weil sie nicht Zähne putzen will. Oder wir holen nochmal kurz den Staubsauger raus, weil He-Man seinen Reis großzügig durch die Küche geschleudert hat.

Rücksprache mit der Verwaltung ergab: Altbau ist halt so, Schallschutz entspricht dem Baujahr, wem das nicht passt muss woanders hinziehen. Generell haben wir auch keine lauten Hobbys, die Kinder fahren keine Rutschautos in der Wohnung oder so, es ist einfach ganz normal twotoddlerturbulent. Wir versuchen sehr darauf zu achten, dass zumindest abends nichts mehr auf den Boden geklopt wird, kein Puppenwagen gefahren und ähnliches. Aber nur mit Wattebällchen spielen müssen meine Kinder auch nicht.

Heute dann eine kleine “Überraschung“: Als wir nach Hause kommen, steht Sperrmüll vor der Türe. Unter anderem mit dabei: die Matschküche vom MiniMi. Die Nachbarn hatten sie aus dem Hof entfernt. Auf Weisung der Verwaltung angeblich. Uns war davon kein Wort gesagt worden.

Als der Mann nachfragte, wer das mit der Küche war, warf ihm die Nachbarin lapidar ein “Ihr Trampeltiere, ihr nehmt doch auch keine Rücksicht“ an den Kopf. Später gab es noch ein Gespräch zu dem Thema mit ihrem Mann, bei dem zur Sprache kam, dass er demnächst wieder Nachtschicht arbeitet und bis 13h schlafen muss. Er will nun nochmal die Verwaltung ansprechen. Ich werde das, aber ganz sicher auch tun und erstmal alles schriftlich festhalten. Wer weiß wohin dieser Konflikt noch führt, wenn es schon so anfängt. Wie ich so unnötigen Stress hasse!

 

 

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Beim Arzt

Zum Arzt gehen wir relativ oft: Die Kinder sind eigentlich quasi dauerkrank, verschnupft, erkältet. Daran hat auch der Sommer nichts geändert.  Heute allerdings musste ich zum Arzt – und beide Kinder mussten mit. 

Nun hat meine Ärztin etwa das kinderunfreundlichste Wartezimmer der Welt. Glastische, Kippelstühle mit empfindlichen Polstern, Pflanzen, Glasschränke usw. Als Kleinkind kann man da ungefähr nichts anfassen. Eigentlich war ich darauf vorbereitet: Für jedes Kind Essen und Trinken, ein Auto und ein neues Buch im Gepäck. Zusätzlich das Tablet mit einem Dutzend Duplo- und Pixiapps. Sollte doch reichen, dachte ich.

Als wir ins Wartezimmer kamen, saß dort auch nur ein Patient, der sofort aufgerufen wurde. He-Man spielte zufrieden mit seinem Auto. Das MiniMi aber wollte Caillou-Videos gucken. Leider war die Handyverbindung so schlecht, dass das Video einfach nicht lud. Von da an ging es bergab: Das MiniMi wollte toben, rumlaufen alles anfassen, rumwerfen. Gutes Zureden, Ermahnungen und auch die Aussicht auf ein Eis halfen nicht, so dass ich sie schließlich auf den Schoß nahm.

In der Zwischenzeit waren zwei weitere Patienten herein gekommen, für die ich ganz klar die absolute Rabenmutter war, mit dem schreienden Kind im Arm, das ständig “Aua!!!Lass mich in Ruhe!“ rief und versuchte seinem Bruder gegen den Kopf zu treten.

Wir wurden dann freundlicherweise zügig aufgerufen und durften noch etwas im Sprechzimmer warten, wo das MiniMi sich schnell beruhigte. Ich erklärte ihr nochmal, warum ich sie auf dem Schoß gehalten habe. Ich sagte ihr aber auch ganz klar, dass es mir nicht gut geht und mich sehr gefreut hätte, wenn sie brav mit uns gewartet hätte. Ob ich vielleicht nächstes Mal beim Kinderarzt auch so rumheulen soll?  Das MiniMi guckt verblüfft und lacht dann: “Nein, Mama!“

 

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Geschwisterfreude

“Da können sie ja später schön miteinander spielen“ ist wohl ungefähr der meist gehörte, nett gemeinte Satz, den alle möglichen Menschen zu mir gesagt haben, nachdem sie hörten, dass das MiniMi nur 17 Monate älter ist als He-Man.
Und in der Tat, war das für uns auch ein Punkt, zwei Kinder unter zwei haben zu wollen: Sie sollten zusammen aufwachsen, möglichst viel gemeinsam er- und durchleben und eine enge Bindung bekommen. Der Bruder des Mannes ist sieben Jahre jünger als er; meine Halbgeschwister wuchsen gar nicht mit mir auf. Wir wissen also nicht, wie das ist, mit gleichaltrigen Geschwistern zu leben, stellten es und aber toll vor.
Nun ist in den ersten Lebensjahren der Unterschied zwischen Kindern besonders immens, durch die rapiden Fortschritte, die die in kürzester Zeit machen: ein Neugeborenes ist ein ganz anderer Mensch, als ein Baby mit vier oder mit acht Monaten. So konnte auch das MiniMi zuerst nicht viel mit He-Man anfangen, jedenfalls nicht so viel, wie sie gerne wollte. Zwischen den beiden herrscht wirklich Liebe auf den ersten Blick, aber ein Baby darf man als Kleinkind nunmal nicht so feste knuddeln, wie man möchte. Und auch Experimente a la “Wie feste kann ich auf seinen Bauch treten“ stoßen nicht auf Begeisterung. Auch für He-Man, der erst mit der Welt Welt an sich und dann mit seiner langsamen Grobmotorik kämpfte, war es nicht leicht, der fröhlichen Flummi-Schwester immer nur zuzusehen. Aber egal, wie viel Stress herrschte, wie schlimm gerade eine Trotz- oder Wachstumsphase war: Zwischen die beiden ging von Anfang an kein Blatt Papier.
Vor drei Wochen etwa ist dann der motorische Knoten geplatzt: He-Man schaffte es zu krabbeln. Am nächsten Tag zog er sich hoch und ab dann gab es kein Halten mehr. Auch seine Persönlichkeit ist nun im Sauseschritt unterwegs: Er ist deutlich weniger schüchtern/ängstlich (immer noch, aber nicht mehr so unglaublich) und plötzlich treibt ihn die Neugier in alle Ecken Wohnung.
Jeden Tag freue ich mich nun daran, wie die beiden an der Kinderküche, dem Duplo-Würfel oder dem Laufwagen stehen. Das MiniMi gibt vor, was gespielt wird (Sie liebt Rollenspiele), während He-Man das Spielmaterial erkundet oder einfach verwundert seiner Schwester zuhört und wartet, was als nächstes passiert. Plötzliche Schmuseattacken beantwortet er mit schallendem Lachen.
Natürlich herrscht jetzt schon am Vormittag doppeltes Chaos in der Bude, aber dafür zeige ich ihnen bald mal ein anderes tolles gemeinsames Spiel: Aufräumen.

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Das Kitadilemma, Teil 2

Heute hat die gesamte Familie Zeitlos die mögliche künftige Kindertagesstätte vom MiniMi besucht. Direkt vorne weg: Der Eindruck war besser als beim ersten Mal. Wobei der Mann einen noch besseren Eindruck hatte als ich. Für ihn war es aber auch die erste Besichtigung. Ich habe ja mittlerweile fast alles hier gesehen, was es an Kindergärten so zu sehen gibt – darunter natürlich auch die megasuperduper Einrichtungen, in denen es fast mehr Personal als Kinder und täglich selbst gekochtes Essen von glücklichem Gemüse gibt.
Der Kindergarten, der dem MiniMi nun eine Stelle geben möchte, hat drei Gruppen: Eine von 0 bis 2 Jahre, eine von 3 bis 6 Jahre und eine von 2 bis 6 Jahre. Pi mal Daumen sind keine 60 Kinder in der Einrichtung. Die Lage ist leider direkt hinter der Autobahn – wirklich direkt hinter der Schallschutzwand – dafür aber auch auf dem Arbeitsweg des Mannes. Essen gibt es vom Großcaterer. Schwerpunkt sind Ernährung und Bewegung. Außerdem ist der Kindergarten Haus der kleinen Forscher, das heißt die Kinder machen jede Woche naturwissenschaftliche Experimente. Es gibt einen Musik- und einen Englischkurs. So weit, so gut – und auch so beliebig. Ähnliche Eckpunkte und -Daten bieten vermutlich 80 Prozent der Einrichtungen hier an.
Einblick in das pädagogische Konzept zu bekommen, finde ich auch immer schwierig. Erzählen kann man viel, wenn der Tag lang ist. In diesem Kindergarten war aber zumindest das, was erzählt wurde, nach unserem Geschmack (kein Töpfchentraining, allgemein Rücksicht auf die Entwicklung des Kindes usw.)
Der Mann findet den Kindergarten gut. Ich zögere noch ein bisschen. Machen wir uns zuwenig Gedanken? Sind wir schlechtere Eltern, weil wir einfach froh sind einen Betreuungsplatz zu haben?
Da ist zum einen die fachliche Seite: Nehmen wir unserem Kind Chancen, weil es nicht lernen wird seinen Namen zu tanzen im Kindergarten? Weil es nicht an Montessori-Material zählen üben wird? Wäre sie in einem anderen Kindergarten besser betreut?
Zum anderen aufgrund persönlicher Aspekte: Ist das MiniMi schon reif für den Kindergarten? Oder ginge es ihr bei der Tagesmutter besser? Aber wäre das nächstes Jahr tatsächlich anders?
Fragen über Fragen. Bis zum Vertrag sind noch zwei Wochen Zeit.

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Das Kitadilemma

Heute bekamen wir ganz überraschend einen Kitaplatz für das MiniMi angeboten. Auf dem Weg zum Schwimmbad klingelte plötzlich das Telefon. Es wäre ein Platz für 45 Stunden und die Kita liegt auf dem Arbeitsweg vom Mann. Leider, das muss ich ehrlich so sagen, war mein erster Eindruck nicht ungetrübt. Keine Liebe auf den ersten Blick.
Eigentlich hätte die Kita gerne innerhalb von zwei Stunden eine Zusage gehabt. Nun habe ich mir aber erstmal einen Besuchstermin kommende Woche erbeten, zu dem auch der Mann mitkommen wird. Vielleicht revidiert sich ja der erste Eindruck.

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Mamisonntag

10:30h…früher hätte ich mich zu dieser Uhrzeit gerade aus dem Bett geschält, ganz langsam.

Heute sitze ich mit der ganzen Familie im Auto, auf dem Weg zu Freunden, drei Stunden Turbomuttialltagsstress schon hinter mir.

Um 7:30h stehe ich mit zwei sehr wachen Kindern auf, nachdem sie sich einfach nicht länger im Bett festkuscheln lassen wollen. Beide wickeln und anziehen. Das MiniMi hat schon ein Musikbuch aus dem Regal gezogen und dudelt uns ein Kinderlied nach dem anderen um die Ohren.

Anschließend spielen wir kurz und machen dann Frühstück. Den Papa befehligt das MiniMi laut rufend aus dem Bett, als die Kinder schon die ersten Brötchen auf dem Teller haben. 

Als alle satt sind, verzieht sich der Mann ins Bad. Ich packe Ersatzklamotten, Windeln, Essen und Spielzeug für die Kinder ein, räume die Küche auf, fülle Champions fürs spätere Grillen und setze noch einen Topf mit Kartoffeln und Mais auf – nicht ohne zig mal zu den Kindern rennen: He-Man purzelt ständig hin oder haut sich Spielzeug vor den Kopf, das MiniMi versucht die Zahnpastatube leer zu essen. Beide müssen an irgendeinem Punkt dieses Morgens auch aus vollen Windeln befreit werden. 

Zwischendurch springe ich drei Minuten unter die Dusche und putze mir die Zähne, während die Spülung einwirkt. Währenddessen entertaint der Mann den müden und deshalb grantigen He-Man. Wir streiten noch ein Ründchen, ob es okay ist, das MiniMi anzublaffen, weil es dem kleinen Bruder ihren vollen Wasserbecher überlässt, der ihn natürlich prompt über sich ausleert.

Noch schnell die Maiskolben und Kartoffeln in Alufolie wickeln, das Grillzeug in Beutel werfen, und die Kinder anziehen, während der Mann das Auto holt.

Er bringt einen Teil des Gepäcks und das MiniMi ins Auto. Ich werfe einen letzten Blick ins Chaos – alle Elektrogeräte aus? – und folge mit He-Man im Sling, der vollen So.oder.So und drei Müllbeuteln in der Hand.

Müll in die Tonne, Baby ins Auto – ganz wichtig: nicht umgekehrt! Und nochmal zurück ins Haus: Buggyregenverdeck aus dem Keller holen und die vergessene Wasserflasche von MiniMi oben holen. 

Mit nassen Haaren und ungeschminkt, aber zumindest sitze ich im Auto und habe hoffentlich alles Wichtige dabei.

 

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