Futter für faule Mamas: Selbstgemachte Pommes mit Mais und Fischstäbchen

Mittags gibt es hier häufig das gleiche Problem; die Kinder sind müde und gleichzeitig hungrig. Sie hängen quasi jammernd an meinem Rockzipfel, während ich versuche, etwas warmes Essbares auf den Tisch zu bringen. Deshalb gibt es nun eine Reihe im diesem Blog: Futter für faule Mamas. Darin beschreibe ich euch schnelle, einfache Gerichte, die meine Kinder auch gerne essen.

Heute: Selbstgemachte Pommes mit Mais und Fischstäbchen

Gleich vorweg, ihr lest richtig: Fischstäbchen. Die guten alten Dinger mit der fettigen Panade drum rum. Ich serviere die ehrlich gesagt ohne schlechtes Gewissen. Es ist nichts Gefährliches drin enthalten, sie stehen nicht jeden Tag (nichtmal jede Woche) auf dem Tisch und die Kinder essen sie furchtbar gerne. Außerdem machen sie sich bei diesem Gericht quasi nebenbei.

Nun aber zu den Pommes: Dazu schneidet ihr so viele Kartoffeln wie ihr mögt halb durch und dann in Pommesstreifen. In einer Schüssel oder im großen Gefrierbeutel mit 3 Esslöffeln Olivenöl, Thymian, süßem Paprikapulver, Pfeffer und Knoblauchpulver nach Geschmack vermischen. Auf ein Backblech mit Backpapier geben und schön verteilen, dass möglichst alle Pommes nebeneinander liegen. Bei 200 Grad Celsius Umluft etwa 20 bis 25 Minuten im Backofen brutzeln, bis die Pommes schön knusprig sind. Die Fischstäbchen zum passenden Zeitpunkt entsprechend der Packungsanweisung mit aufs Blech werfen.

Kurz bevor das Essen im Ofen fertig ist, eine kleine Pfanne erhitzen. Eine Dose Mais (oder mehr) abtropfen lassen und in die Pfanne geben. Mit Paprikapulver und einem ganz kleinen Spritzer Tabasco würzen und scharf anbraten lassen. Der Mais karamelisiert dann sehr schön und schmeckt extrasüß.

Das wars schon. Für mich gibt es am Tisch noch Salz auf die Pommes und für das MiniMi ein kleines Löffelchen Ketchup. Lecker Essen mit miniminiminimalstem Aufwand fertig.

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Viele kleine Unterschiede

Unsere Gene bestimmen in weiten Teilen, wie wir aussehen, wie wir uns verhalten und was wir können. Bei meinen Kindern ist es so, dass man tatsächlich eindeutig sieht, dass sie die Kinder ihres Vaters sind. Augen, Mund, Haare, Gesichtsform, Figur – alles kommt nach Papa, Papa, Papa. Ja sogar in gewissem Maße Opa, Opa, Opa könnte man sagen. Wir haben vor ein paar Monaten ein altes Babyfoto meines Schwiegervaters gefunden, auf dem er exakt genauso aussieht wie He-Man. Wäre da nicht der Sepiaton des Fotos und die niedliche gestrickte 50er-Jahre Babyjacke auf dem Bild: Keiner könnte die beiden auseinanderhalten.

Und doch täuscht der äußere Schein: beide Kinder haben nicht die gleichen Merkmale vererbt bekommen. Als Mutter bin ich selbst immer wieder überrascht, die Unterschiede zwischen beiden zu sehen und freue mich daran auch sehr. Das MiniMi war, wie schon mal beschrieben, in der grobmotorischen Entwicklung viel fixer. He-Man legt dafür mehr Wert auf Feinmotorik: Mit seinen gerade 12 Monaten rollt er zum Beispiel Autos richtig über den Boden und legt die Kullersachen in die Nic-Kugelbahn.

Zum Geburtstag hat er dieses Holzpuzzle bekommen. Fast sofort hat er das Prinzip verstanden und puzzelt schon jetzt fleißig daran rum. Den Ball kriegt er auch schon selbst in das Loch und freut sich darüber jedes Mal wie Bolle. Mich beeindruckt das sehr, denn das MiniMi hat mit zweieinhalb noch nicht durchstiegen, wie Puzzle so ganz funktionieren. An schlechten Tagen versucht sie selbst an diesem einfachen Holzpuzzle, das Auto verkehrt herum reinzustecken.

He-Man hat außerdem Rhythmus im Blut: Er klatscht, klopft auf Trommeln, Deckel oder ähnliches und haut Dinge gegeneinander um Klänge zu erzeugen. Und läuft dabei ein Lied oder wird gesungen, dann tut er das tatsächlich manchmal im Takt. Dazu wippt er dann fröhlich mit dem Popo.

Er kann sich wunderbar selbst beschäftigen und “liest” sogar selbst Bücher. Zwischendurch kehrt er von seinen Entdeckungstouren zu mir zurück, will auf den Schoß und ein bisschen kuscheln. Auch das ist für mich eine neue Erfahrung als Mama. He-Man ist so ein richtiger Schmusebär, der gerne seine Arme um meinen Hals legt und feuchte Babysabberküsse mit offenem Mund verteilt.

Ich bin so gespannt, wie meine beiden kleinen Menschen sich weiter entwickeln, welche Interessen, Fähigkeiten und Charakterzüge sie teilen, wo sie sich unterscheiden und ob sie das später als Gegensatz oder als Ergänzung empfinden werden.

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Unter uns, Teil 2

Wie vorausschauend von mir, diesen Post Teil 1 zu nennen. Unsere Nachbarn haben sich offenbar auch für diesen Sonntag etwas einfallen lassen. Wobei “Unter uns“ diesmal eigentlich nicht ganz korrekt ist: Über uns wohnen nämlich die Eltern der Nachbarin unten.

Heute morgen, es war vor sechs Uhr, schlummerte Familie Zeitlos noch im Land der Träume. Plötzlich von oben vertraute Geräusche: Bumm, bumm schepper, schepper, titsch, tisch, bumm. – normalerweise hören wir diese Geräusche aus unserer Wohnung und nicht aus der darüber. Es klang, als werfe jemand mit Holzklötzen, dripple einen Ball und renne wild durch die Gegend. 

Möglichkeit 1: Oben ist tatsächlich ein Kind zu Besuch, das von Herzen gespielt hat – wundersamerweise nur etwa von sechs bis sieben Uhr und nur direkt über unserem Schlafzimmer.

Möglichkeit 2: Jemand hat mit Absicht Krach verursacht, allein oder vielleicht sogar mit Alibikind. Ich halte diese Möglichkeit für die wahrscheinlichere und ehrlich: Das ist einfach nur albern und kindisch. Auf dem Niveau spiele ich das Spiel definitiv nicht mit.

Fortsetzung folgt

 

 

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He-Man bei der U6

Heute war großer Baby-TÜV-Tag für He-Man: morgens um halb neun musste er zur U6 antreten. Zuerst stand wiegen und messen auf dem Programm: Er ist mit 80cm ziemlich groß, sprengt aber mit einem offiziellen Gewicht von 13,35kg alle Perzentilenkurven. (Ich will das nochmal nachwiegen. Vor drei Wochen war es fast ein Kilo weniger.)

Das führte auch direkt zur ersten Eintragung in der Mängelliste: Übergewicht. Ich bin kein großer Freund davon, Kinder mit solchen “Diagnosen“ abzustempeln. Menschen sind nun mal unterschiedlich und solange ich mein Kind durch Essen vom Familientisch und Muttermilch gesund ernährt weiß, mache ich mir keine Sorgen. Glücklicherweise sieht das die Kinderärztin ähnlich.

Zweites Problem: die vielen Erkältungen, die He-Man immer direkt auf die Lunge schlagen. Bronchotralllala Hypersensibilität. Auch da hilft momentan nur: Abwarten und Teetrinken. Bei den meisten Kindern wächst sich diese Überempfindlichkeit wohl aus.

Ansonsten ist He-Man ein fittes, altersgerecht entwickeltes Krabbelbaby. Er war heute sogar gesund genug um endlich die dritte Sechsfach- und Pneumokokkenimpfung zu bekommen. Und er hat sie tapfer durchgestanden, wie er es von seiner Schwester kennt: beim ersten Piks wird nur gezuckt, beim zweiten empört geweint. Aber nur kurz, bis die Ärztin mit der Crackerdose klappert.

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Unter uns, Teil 1

Nein, hier geht es nicht um die alle RTL-Soap. Es geht vielmehr um unsere Nachbarn. Seit einem dreiviertel Jahr wohnen wir in unserer Wohnung: ein schöner Altbau mit Original-Holzdielen aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Alt, knarzig, voller Lücken und Spalten und eben auch: laut. Das MiniMi rennt durch den Flur: Bomm, Bomm, Bomm! He-Man spielt an der Kinderküche: Klirr, Schepper! Rumms! Von der fliegenden Trinkflasche bis zum Gute-Nacht-Lied übertragen die dünnen Decken so ziemlich alle Geräusche nach unten.

Unter uns wohnt eine junge Familie mit einem Baby, zwei Monate jünger als He-Man. Das Baby geht schon um 18h schlafen und wacht laut Aussage der Eltern ständig wieder auf, weil bei uns laut sei. Mehrfach wurden wir jetzt abends darauf hingewiesen.

Dabei passiert bei uns nichts außergewöhnliches am frühen Abend: um 18 Uhr gibt es Abendessen, danach Sandmännchen gucken, Zähneputzen, Wickeln, ab ins Bett. Klar, rennen das MiniMi nochmal ne Runde rum, weil sie nicht Zähne putzen will. Oder wir holen nochmal kurz den Staubsauger raus, weil He-Man seinen Reis großzügig durch die Küche geschleudert hat.

Rücksprache mit der Verwaltung ergab: Altbau ist halt so, Schallschutz entspricht dem Baujahr, wem das nicht passt muss woanders hinziehen. Generell haben wir auch keine lauten Hobbys, die Kinder fahren keine Rutschautos in der Wohnung oder so, es ist einfach ganz normal twotoddlerturbulent. Wir versuchen sehr darauf zu achten, dass zumindest abends nichts mehr auf den Boden geklopt wird, kein Puppenwagen gefahren und ähnliches. Aber nur mit Wattebällchen spielen müssen meine Kinder auch nicht.

Heute dann eine kleine “Überraschung“: Als wir nach Hause kommen, steht Sperrmüll vor der Türe. Unter anderem mit dabei: die Matschküche vom MiniMi. Die Nachbarn hatten sie aus dem Hof entfernt. Auf Weisung der Verwaltung angeblich. Uns war davon kein Wort gesagt worden.

Als der Mann nachfragte, wer das mit der Küche war, warf ihm die Nachbarin lapidar ein “Ihr Trampeltiere, ihr nehmt doch auch keine Rücksicht“ an den Kopf. Später gab es noch ein Gespräch zu dem Thema mit ihrem Mann, bei dem zur Sprache kam, dass er demnächst wieder Nachtschicht arbeitet und bis 13h schlafen muss. Er will nun nochmal die Verwaltung ansprechen. Ich werde das, aber ganz sicher auch tun und erstmal alles schriftlich festhalten. Wer weiß wohin dieser Konflikt noch führt, wenn es schon so anfängt. Wie ich so unnötigen Stress hasse!

 

 

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Beim Arzt

Zum Arzt gehen wir relativ oft: Die Kinder sind eigentlich quasi dauerkrank, verschnupft, erkältet. Daran hat auch der Sommer nichts geändert.  Heute allerdings musste ich zum Arzt – und beide Kinder mussten mit. 

Nun hat meine Ärztin etwa das kinderunfreundlichste Wartezimmer der Welt. Glastische, Kippelstühle mit empfindlichen Polstern, Pflanzen, Glasschränke usw. Als Kleinkind kann man da ungefähr nichts anfassen. Eigentlich war ich darauf vorbereitet: Für jedes Kind Essen und Trinken, ein Auto und ein neues Buch im Gepäck. Zusätzlich das Tablet mit einem Dutzend Duplo- und Pixiapps. Sollte doch reichen, dachte ich.

Als wir ins Wartezimmer kamen, saß dort auch nur ein Patient, der sofort aufgerufen wurde. He-Man spielte zufrieden mit seinem Auto. Das MiniMi aber wollte Caillou-Videos gucken. Leider war die Handyverbindung so schlecht, dass das Video einfach nicht lud. Von da an ging es bergab: Das MiniMi wollte toben, rumlaufen alles anfassen, rumwerfen. Gutes Zureden, Ermahnungen und auch die Aussicht auf ein Eis halfen nicht, so dass ich sie schließlich auf den Schoß nahm.

In der Zwischenzeit waren zwei weitere Patienten herein gekommen, für die ich ganz klar die absolute Rabenmutter war, mit dem schreienden Kind im Arm, das ständig “Aua!!!Lass mich in Ruhe!“ rief und versuchte seinem Bruder gegen den Kopf zu treten.

Wir wurden dann freundlicherweise zügig aufgerufen und durften noch etwas im Sprechzimmer warten, wo das MiniMi sich schnell beruhigte. Ich erklärte ihr nochmal, warum ich sie auf dem Schoß gehalten habe. Ich sagte ihr aber auch ganz klar, dass es mir nicht gut geht und mich sehr gefreut hätte, wenn sie brav mit uns gewartet hätte. Ob ich vielleicht nächstes Mal beim Kinderarzt auch so rumheulen soll?  Das MiniMi guckt verblüfft und lacht dann: “Nein, Mama!“

 

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Geschwisterfreude

“Da können sie ja später schön miteinander spielen“ ist wohl ungefähr der meist gehörte, nett gemeinte Satz, den alle möglichen Menschen zu mir gesagt haben, nachdem sie hörten, dass das MiniMi nur 17 Monate älter ist als He-Man.
Und in der Tat, war das für uns auch ein Punkt, zwei Kinder unter zwei haben zu wollen: Sie sollten zusammen aufwachsen, möglichst viel gemeinsam er- und durchleben und eine enge Bindung bekommen. Der Bruder des Mannes ist sieben Jahre jünger als er; meine Halbgeschwister wuchsen gar nicht mit mir auf. Wir wissen also nicht, wie das ist, mit gleichaltrigen Geschwistern zu leben, stellten es und aber toll vor.
Nun ist in den ersten Lebensjahren der Unterschied zwischen Kindern besonders immens, durch die rapiden Fortschritte, die die in kürzester Zeit machen: ein Neugeborenes ist ein ganz anderer Mensch, als ein Baby mit vier oder mit acht Monaten. So konnte auch das MiniMi zuerst nicht viel mit He-Man anfangen, jedenfalls nicht so viel, wie sie gerne wollte. Zwischen den beiden herrscht wirklich Liebe auf den ersten Blick, aber ein Baby darf man als Kleinkind nunmal nicht so feste knuddeln, wie man möchte. Und auch Experimente a la “Wie feste kann ich auf seinen Bauch treten“ stoßen nicht auf Begeisterung. Auch für He-Man, der erst mit der Welt Welt an sich und dann mit seiner langsamen Grobmotorik kämpfte, war es nicht leicht, der fröhlichen Flummi-Schwester immer nur zuzusehen. Aber egal, wie viel Stress herrschte, wie schlimm gerade eine Trotz- oder Wachstumsphase war: Zwischen die beiden ging von Anfang an kein Blatt Papier.
Vor drei Wochen etwa ist dann der motorische Knoten geplatzt: He-Man schaffte es zu krabbeln. Am nächsten Tag zog er sich hoch und ab dann gab es kein Halten mehr. Auch seine Persönlichkeit ist nun im Sauseschritt unterwegs: Er ist deutlich weniger schüchtern/ängstlich (immer noch, aber nicht mehr so unglaublich) und plötzlich treibt ihn die Neugier in alle Ecken Wohnung.
Jeden Tag freue ich mich nun daran, wie die beiden an der Kinderküche, dem Duplo-Würfel oder dem Laufwagen stehen. Das MiniMi gibt vor, was gespielt wird (Sie liebt Rollenspiele), während He-Man das Spielmaterial erkundet oder einfach verwundert seiner Schwester zuhört und wartet, was als nächstes passiert. Plötzliche Schmuseattacken beantwortet er mit schallendem Lachen.
Natürlich herrscht jetzt schon am Vormittag doppeltes Chaos in der Bude, aber dafür zeige ich ihnen bald mal ein anderes tolles gemeinsames Spiel: Aufräumen.

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